Portugal_Surf_Bulli_Roadtrip2018

Josi

Josi und Daniel gönnten sich im Sommer 2018 eine Auszeit.
Für fast 2 Monate erkundeten die beiden Europa mit Camper Johnny.

Classic day – Go Johnny, go!

Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen.
Das erste, was ich Morgens höre, ist das Rauschen der Wellen. Noch dunkel. In meinen Augenwinkeln findet man wahrscheinlich noch den Sand und das Salz der letzten Tage. Ein Handgriff und der Kofferraumdeckel ist geöffnet. Wahnsinn. An diesem Ausblick könnte ich mich nie satt sehen, auch wenn unser Johnny morgen schon wieder an einem ganz anderen Spot stehen wird.
Meistens sind wir alleine. Nur wir, das Meer und die Sonne. Dieser sommerliche Geruch aus Meeresluft, trockenen Sträuchern, roter noch feuchter Erde und der morgendlichen Sonne strömt in unser Auto ein. Eine Ruhe und Gelassenheit breitet sich aus, die fast schon einem Meditations-ähnlichem Zustand gleicht. Währenddessen bekomme ich meine erste Tasse selbst gebrühten Kaffee in die Hand gedrückt. Nach gefühlten Stunden des Wachwerdens sind wir bereit für die erste Surfsession des Tages. Je früher, desto besser in der Regel, da sich die Menschenmassen auf dem Wasser so meistens in Grenzen halten. Ausnahmen bestätigen aber die Regel, und abhängig von Gezeiten (Ebbe und Flut), sowie Wind und Wetter sind wir außerdem auch.
Wetsuit auf Halbmast, Surfboard unterm Arm und zum Meer.
Was gibt es Besseres als morgens schon das kühle salzige Wasser auf der Haut zu spüren, ein zu tauchen, Wellen entlang zu reiten und sich körperlich zu verausgaben. Sich selber und vor allem das Leben zu spüren. Das Brennen des Salzwassers auf der Haut, der Adrenalinstoß der dir bei jedem gelungenem Take-Off auf deinem Brett durch die Adern stößt. Der Wille bei jedem „Wipe-out“ wieder ins Line-Up zu kommen ums beim nächsten Mal besser machen zu können.
Ah doch. Mir fällt da etwas Besseres ein. Das Frühstück danach.
Frisches Obst vom lokalen Markt vom Vortag, Müsli oder Brot und Käse stehen auf unserem Plan. Hier und da mal ein Rührei, ist ja dank unserer Küche im Heck alles schnell zubereitet. Einfach und gut.
Wir haben daran gedacht uns ein Spülmittel zu besorgen, dass zu 100 Prozent ökologisch abbaubar ist (z.B. von der Marke Sonett), damit wir keine Probleme beim Abspülen inmitten von der Natur bekommen. Eine Schaufel, ein wenig Klopapier und der nächstgelegene Busch bilden zusammen unser stilles Örtchen.
Danach heißt es entweder Lesen und entspannen, einkaufen oder weiterfahren.
Dank unserem Kühlschrank müssen wir bei Lebensmitteln auf fast nichts achten.
Fahren wir weiter, versuchen wir möglichst mautfreie Strecken zu fahren, egal ob in Frankreich, Spanien oder Portugal. Zum Einen, da diese meist viel schöner sind, zum Anderen sind sie einfach umsonst und man findet viel leichter und schneller versteckte schöne Plätzchen zum Übernachten. Und bekanntlich ist ja eigentlich auch der Weg das Ziel und nicht das Ankommen. (Sollte man trotzdem mal die schnellere Autobahn nutzen und möchte man trotzdem ein schönes Plätzchen ohne langes Suchen zum Schlafen haben, ist die App „park4night“ ein echter Tipp, durch die wir schon wahnsinnig schöne und teilweise einsame Nächte verbringen durften.)
Während dem Fahren versuchen wir meist möglichst viele unserer Geräte gleichzeitig zu laden, was dank Zigarettenanzünder, USB-Ladestelle und Steckdose im Auto problemlos möglich ist. Aber selbst wenn wir es mal vergessen sollten, ist das gar kein Problem, da dieses Auto eine zweite Batterie für den kompletten hinteren Teil besitzt und wir so sorgenfrei Strom ziehen können. Wir haben allerdings auch eine hervorragende BE-Box mitbekommen, die uns mit dem nötigen Saft für all unsere elektronischen Geräte versorgt. Mit bis zu 60 Handy Aufladungen, ist dieses schicke Teil definitiv eins unserer Lieblingsgagdets an Board.
Am nächsten Ort angekommen verdunkeln wir erstmal das komplette Auto wieder von Innen, stellen unser Dachzelt für den Durchzug auf und fahren die Markise aus um den nötigen Sonnenschutz für ein frühes Abend Bierchen genießen zu können. Je nach Lust und Laune wird es Zeit für noch eine Surfsession oder ich widme mich meiner Yogamatte. Das birgt den Vorteil das man viel geschmeidiger am nächsten Tag aufwacht und man kann den Tag beim Sonnenuntergang entspannt ausklingen lassen.
Unser Johnny eignet sich übrigens prima für die ein oder andere Yogapose. Und das Dach bietet zusätzlich auch noch einen wunderschönen Fernblick für die finale Meditation.
Zum Abschluss des Tages wird gekocht. Mit viel Gemüse und reichhaltig soll es sein. Also Reis oder Nudeln, Linsen, Bohnen und Kichererbsen aus der Dose, ein wenig frisches Gemüse und Kokosnussmilch und Currypaste. Fast wie jeden Abend eigentlich. So kommen wir an unser nötiges Eiweiß, es geht schnell und so eine Currypaste hält sich lange und ist günstig. Hier und da mal kommt uns noch ein Salat dazwischen, wenn wir die Muße finden einen vorzubereiten.
Ist alles fertig abgespült geht es sogar manchmal nochmal kurz in Wasser. Bei Nacht hat das Meer noch einmal eine ganz eigene Stimmung und Tiefe und so eine kurze Abkühlung vor dem Schlafen gehen tut manchmal doch ganz gut nach einem so heißen Tag. Außerdem erwartet und meistens dann doch eine heiße Dusche, da wir dank Solardusche selbst dafür ausgestattet sind, ansonsten gehe ich persönlich eher ungern noch einmal ins Wasser, wenn man es sich denn schon einmal in einem großen warmen Pullover bequem gemacht hat.
Unser Bett ist Gott sei Dank immer bereit, und so werden alle Türen zu gemacht und die Lichterkette an der Decke unseres Autos geht an. Kuschliger geht es wahrscheinlich nicht. Finden wir auf jeden Fall.
Denke ich zurück, wohin uns unser Johnny schon alles gebracht hat und wie weit wir noch kommen werden, kann ich beruhigt alle Viere von mir strecken. Denn auf Nichts und Niemanden kann man sich mehr verlassen als auf unseren Bulli. Meine Augen ergeben sich der Müdigkeit und ich fange schon an vom nächsten traumhaften Spot zu träumen. Das Letzte was ich höre ist das Rauschen der Wellen.

Sonnige Grüße


P.S: Unsere favorite Spots befanden sich übrigens meistens in Portugal, aber auch für Frankreichs und Spaniens Atlantikküste haben wir ein paar tolle Orte entdeckt. Braucht ihr ein paar Tipps und Tricks dürft ihr euch gerne immer an unsere zwei Camperboys wenden, die euch dann meinen Kontakt zukommen lassen.