72 Stunden in Fürstenfeldbruck

23. Januar 2022

Aline Pronnet und ihre Heimat Fürstenfeldbruck

Die große Kreisstadt Fürstenfeldbruck mit ihren 39.000 Einwohnern liegt zwischen Augsburg und München. Verstecken braucht sie sich vor ihren international bekannten Nachbarn aber keineswegs. Zwischen Klosterareal und Fliegerhorst geht es zwar ein wenig gemütlicher zu, an Lebensqualität mangelt es in Fürstenfeldbruck jedoch bei weitem nicht. Geht es nach Aline, vor allem wegen eines Flusses nicht: Die Amper, welche sich durch den Landkreis Fürstenfeldbruck schlängelt.

Aline ist zwar in München geboren, lebt aber seit dem Grundschulalter in „Bruck“, wie die einheimischen Bürger sagen. Für ihre Studienzeit hat es die Kunsthistorikerin noch einmal an ihren Geburtsort verschlagen, mit Beendigung des Studiums wollte sie aber an ihren ehemaligen Wohnsitz zurückkehren. Warum? – wird sich der ein oder die andere fragen. Doch für die Deutsche mit französischen Wurzeln ist Fürstenfeldbruck einfach ihre Heimat. Sie liebt die kurzen Wege in der Region und die gute Erreichbarkeit zu allen wichtigen Orten. Während des Studiums hat Aline aber besonders die Amper gefehlt.

Wenn man die junge Frau so reden hört, bekommt man den Eindruck, sie redet nicht von einem Fluss, sondern von einem geliebten Menschen. Diese Heimatverbundenheit lebt Aline durch viele (ehrenamtliche) Tätigkeiten vor Ort aus. Sie spielt Theater bei der Neuen Bühne Bruck und im Theater 5, war jahrelang Vorstandsmitglied bei der Subkultur (hierzu in der Route mehr) und hat zudem stadtgeschichtliche Forschung betrieben. Für sie ist Fürstenfeldbruck ein Herzensprojekt. Wer könnte also besser geeignet sein, 72 Stunden in Fürstenfeldbruck zu planen?

Was also, kann man in 72 Stunden in Fürstenfeldbruck erleben, liebe Aline?

Freitag

Ich würde in Fürstenfeldbruck mit einem Frühstück im „Vierwasser“ starten. Das ist vor allem für Bahnreisende ein guter Start. Vom Bahnhof läuft man lediglich gute 10 Minuten in die Innenstadt, in der sich das Vierwasser befindet. Gut gestärkt kann man dann an einer Stadtführung teilnehmen, um die Stadt und die Region an sich erst einmal ein bisschen kennen zu lernen. Hier gibt es verschiedene Optionen. Freitags wird momentan die Tour „Brucker Geschichte(n) – eine Musiktour“ angeboten. Am Wochenende gibt es aber auch andere Optionen, wie „Geheimnisvolle Orte“, „Braukunst in Bruck“ oder eine Führung mit dem Schwerpunkt Klosterareal. Im Anschluss kann man bei einer Führung durch die König Ludwig Brauerei einige interessante Informationen über das Bierbrauen einholen – höchstspannend und in Oberbayern nicht zu vernachlässigen. Zudem gibt es dort ein so genanntes Lammelendach, welches unter Denkmalschutz steht und gerade für architekturinteressierte Menschen spannend sein kann.

Als sommerliche Alternative, oder wenn es einen generell eher in die Natur zieht, kann man es sich auch an der idyllischen Amper bequem machen. Beispielsweise mit einem Eis vom „Al Ponte“ an der markanten Amperbrücke in der Innenstadt (diese ist auch Teil des Stadtwappens – wenn das kein Nachweis ist, dass sie einen Besuch wert ist!), bei einem schönen Spaziergang im Emmeringer Hölzl (mein absolut liebster Ort) oder beim Faulenzen auf der Halbinsel zwischen Fürstenfeldbruck und Schöngeising.

Für ein zünftiges Abendessen empfehle ich das „Klosterstüberl“, welches sich direkt beim Kloster befindet. Hier steht gute bayerische Küche auf dem Menü, also genau das richtige um das Wochenende einzuläuten. Hier ein kleiner Geheimtipp: die Windbeutel sind wirklich der Wahnsinn! Aber Vorsicht… Als Nachspeise ist die Portion vielleicht ein bisschen zu groß. Deshalb entweder teilen oder während eines Leerlaufs an einem der Nachmittage als Ersatz zu Kaffee und Kuchen oder Eis wählen.

Samstag

Am Samstag kann man nahtlos dort anknüpfen, wo man am Freitag aufgehört hat. Nämlich im Klosterareal. Je nachdem, wo man übernachtet, lässt sich das auch mit einem schönen Spaziergang an der Amper entlang verbinden. Dort angekommen, kann man sich im Stadtmuseum Fürstenfeldbruck der Kloster- und Stadtgeschichte widmen. Das Museum hat am Samstag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Im Anschluss bietet sich ein Mittagessen im Fürstenfelder Restaurant oder im Sommer auch im angrenzenden Biergarten an.

Falls man am Vortag nicht schon genug hatte von der Kunst des Bierbrauens oder man den Nachmittag entspannt an der Amper verbracht hat, empfehle ich einen Ausflug zu Schloss Kaltenberg in den benachbarten Landkreis Landsberg am Lech. Das Areal ist weltberühmt für sein Ritterturnier und von Fürstenfeldbruck aus gut erreichbar mit dem Auto oder Bahn und Bus. Zum Areal gehört das Schloss-Bräustüberl, die Ritterschwemme und der Biergarten.

Wer ein wenig kulinarische Abwechslung und sein Abendessen lieber in Fürstenfeldbruck einnehmen möchte, dem sei die „Antica Osteria Italiana La Rosa“ in der Hauptstraße ans Herz gelegt. Doch damit nicht genug! Den krönenden Abschluss finden Reisende im „Alten Schlachthof“ auf der Lände. Hier ist seit vielen Jahren die „SubKultur“ beheimatet. Während ihres Frühjahrs- und Herbstprogramms bieten sie jungen und alten Bruckern jeden Samstag eine bunte Abwechslung an Musik und Kunst. Eine tolle Gelegenheit, um Kontakt mit einheimischen Personen des Landkreises zu knüpfen, die bestimmt noch so einige spannende Informationen zur Gegend auf Lager haben!

Sonntag

Für den Sonntag empfehle ich einen Tagesausflug an den wunderbaren Ammersee. Diesen können Ausflügler von Fürstenfeldbruck aus allerdings wirklich gut nur mit dem Auto (circa 15 bis 30 Minuten) oder einer etwas längeren Radtour (circa ein bis zwei Stunden) erreichen. Wem etwas mehr Zeit zur Verfügung steht, für den lohnt es sich aber allemal! Als Zielort empfehle ich Stegen. Von hier aus kann man mit einem Dampfer über den Ammersee schippern – da staunen meine französischen Verwandten jedes Mal aufs Neue!

Nach dieser wirklich tollen Tour liegt das nächste absolute Highlight nicht weit entfernt: Das Kloster Andechs. Nicht wirklich ein Geheimtipp – das gute Andechser Klosterbier und die Brotzeit schmecken deshalb aber auch nicht schlechter. Meines Erachtens ein wirkliches Muss für jeden Oberbayern-Besucher. Schließlich geht es wieder zurück nach Fürstenfeldbruck und zum letzten Mal empfehle ich das Klosterareal. Wer es bis dato noch nicht vollumfänglich besichtigt hat, umso besser! Wer dort etwas Neues entdecken möchte, dem lege ich das „Haus 10“ ans Herz (zugegebenermaßen: ein bisschen Kunstaffinität schadet hier nicht). Das Haus 10 beheimatet oft die tollsten und unterschiedlichsten Ausstellungen. Hier sollten sich Interessierte allerdings vorab über die Öffnungszeiten informieren.

Zum Abschluss des Wochenendes empfehle ich das „Klubhouse“. Im Menü des urigen Lokals finden sich Burger und alle möglichen anderen Leckereien. Es sollte für jeden etwas dabei sein – von der Fleischliebhaberin bis zum Veganer. Getreu dem Motto „Come as you are“ sind hier wirklich alle willkommen und es bietet sich somit perfekt an für einen letzten Absacker nach einem ereignisreichen Wochenende!

Welche Übernachtungsmöglichkeiten Ich euch ans Herz lege:

Wenn auch du Lust hast, diese wirklich wunderbare Lebensqualität mit mir zu teilen, freue ich mich, dich bald auf den Straßen oder Cafés und Bars von Fürstenfeldbruck kennen zu lernen – egal ob du für 72 Stunden in Fürstenfeldbruck bist oder 7 Tage bei uns verbringst!

(PS: Fürstenfeldbruck kann man natürlich auch super mit einem unserer Camper erkunden 😉)