72 Stunden beim Campen mit dem Fahrrad

25. November 2021

Claudi und Roman von Bucketride nehmen Dich mit auf eine 72 Stunden Tour zum Campen mit dem Fahrrad. Der Weg führt Dich und Dein Mountainbike in das Dreiländereck bei Nauders. Hier befinden sich die Dreiländer-Enduro-Trails.

Weitere Mountainbike- und Campingstorys mit Claudi und Roman findest Du hier!

Claudia, Roman und ihre Firma Bucketride

Claudi, 31, und Roman, 34, sind seit sechseinhalb Jahren ein Paar. Die beiden lieben das Leben mit und in der Natur. Privat fahren sie oft mit dem Camper durch die Gegend, immer auf der Suche nach neuen coolen MTB Spots.

Vor einem Jahr haben sich die beiden dann dazu entschieden, ihre Hobbys zum Beruf zu machen. Entstanden ist die Firma Bucketride. Dafür haben beide die Ausbildungen zum MTB Guide und zum/zur Fahrtechniktrainer*in absolviert. Sie bieten sowohl Fahrtechniktrainings, als auch geführte MTB Touren an, bei denen eher das Guiding im Vordergrund steht. Dabei versuchen sie alle Zielgruppen abzudecken. Blutige Anfänger ohne MTB Erfahrung sind bei Bucketride also auch willkommen.

Für die Mountainbike Tour durch das Dreiländereck haben sich die zwei aus mehreren Gründen entschieden: „Die Gegend ist wunderschön für den Bergsport allgemein. Dort wurde ein einzigartiges Trailnetzwerk geschaffen. Die Trails sind gut in die Natur integriert. Kombiniert mit „La Dolce Vita“ kann man wirklich von unserem Lieblingsgebiet in der Alpenregion sprechen.“

 

Was also, kann man im Dreiländereck in 72 Stunden erleben?

Freitag

Der Startschuss für das Adventure-Wochenende mit Claudi und Roman erfolgt an der Bergkastellbahn in Nauders. Gestärkt vom Frühstück am Camper steht ein erster kleiner Bike-Check auf dem Programm sowie zwei- bis dreimal einrollen im Skills-Parcours direkt neben der Bahn. Für circa 75 Euro kannst Du nach dem Aufwärmen ein 3-Tages-Ticket kaufen – alle Bahnen inklusive!

Mit der Bergkastellbahn und der Zirmbahn geht es dann rauf auf den Berg. Oben angekommen erwartet Dich ein tolles Panorama. Runter geht es dann über den noch relativ neuen Flowtrail (Zirmtrail) – spaßig und perfekt zum einrollen. Der Enduro-Trail ist für jedes Level geeignet und endet an der Zirmbahn. Anschließend geht es auf dem Bergkastelltrail weiter bis ganz hinunter zur Bergkastellbahn. Ein etwas anspruchsvollerer Flowtrail, aber ohne große Schwierigkeiten. Dann geht es mit der Bergkastellbahn gleich nochmal rauf und über einen kurzen Verbindungstrail zur Stieralm für ein superleckeres Mittagessen. Empfehlenswert ist hier so gut wie alles. Vor allem die Kaspressknödel(suppe), aber auch die süßen Sachen, wie beispielsweise Apfelstrudel. Im Preis inbegriffen sind ein wunderbares Panorama und bequeme Liegestühle.

Runter nach Nauders führt der Weg nochmal über den Bergkastelltrail und einen Radweg. Zielort ist die Mutzkopfbahn. Je nach Zeit, Lust und Energie kann noch eine zusätzliche Runde am Mutzkopf über einen der Enduro-Trails gedreht werden. Als Alternative gibt es eine Kombination aus Gerry-und Kreuzmoostrail wieder zurück in Richtung Bergkastellbahn – der Trail spuckt einen dann circa 200 Meter unterhalb der Bahn aus.

 

Zurück am Camper heißt es ein kühles Radler und warme Sonnenstrahlen genießen, bevor es zum ersten Übernachtungsplatz, der Schönebenbahn in Reschen geht. Auf der fünf bis zehnminütigen Autofahrt, die über die Grenze von Österreich nach Italien führt, passiert man kurz nach der Grenze auf der linken Seite die Pizzeria Irene. Eine sehr leckere Pizza läutet „La dolce vita“ ein – entweder to go oder vor Ort. Kurz nach dem Ortseingang in Reschen führt der Weg dann rechts runter in Richtung See und endet an der Schöneben-Bahn. Hier ist das Übernachten im Camper erlaubt und kostet circa 10 Euro pro Nacht. Toiletten sind vorhanden und nachts geöffnet sowie eine Entsorgungsstation.

Zum Duschen muss man auf die Zähne beißen und in den sehr erfrischenden Reschensee hüpfen. Der See liegt auf ungefähr 1500 Metern Höhe, es kann nachts also recht kalt werden. Eine Mütze und eine Primaloft-Jacke sollte man hier immer dabeihaben und am besten auch eine Standheizung. Wer keinen Camper hat, kann sogar ein Zelt irgendwo am Rande des großen Parkplatzes aufschlagen.

 

Samstag

Nach dem Aufstehen geht es mit einem Mokka noch einmal über die Straße zum See. Dort genießt man super die Morgenstimmung und das Bergpanorama rund um den See. Danach gilt es sich fertig zu machen für einen langen Tag auf dem Mountainbike – es steht ein Großteil der 3-Länder-Enduro-Runde an. Vor der ersten Bergfahrt mit der Schönebenbahn lohnt es sich für einen ersten italienischen Cappuccino und ein Croissant im Café Sciuri direkt an der Bahn vorbeizuschauen. Die junge Betreiberin ist immer gut gelaunt und versprüht positive Energie.

Los geht es nach oben mit der Schönebenbahn und runter über den gleichnamigen Schönebentrail – der persönlicher Lieblingstrail von Claudi und Roman. Der Enduro-Trail hat alles, was das Mountainbike-Herz begehrt und ist schon deutlich anspruchsvoller als die Trails vom Vortag.

Anschließend geht es wieder bergauf. Den ersten Teil des Trails fährt man gleichermaßen bergab, bevor man bei der Hälfte auf eine kleine Teerstraße abbiegt. Die Straße führt zu einem Forstweg Richtung Reschneralm – die Verbindung zum Mutzkopf. Circa 45 Minuten entspanntes bergauf pedalieren folgen. Nach dem entspannten Anstieg von Höhenmetern wird an der Reschneralm erst einmal das obligatorische Foto mit Mountainbike und Blick auf den Reschensee geschossen. Um genügend Energie für den restlichen Tag zu sammeln, steht ein gutes Mittagessen auf dem Programm. Ein absolutes MUSS ist der Kaiserschmarrn.

Anschließend müssen nochmal circa 15 Minuten aus eigener Kraft bergauf bewältigt werden, um die letzten Höhenmeter bis zum Einstieg des 3-Länder-Enduro-Trails zu überwinden, der direkt zum Mutzkopf führt. Am Mutzkopf wartet eine Herausforderung – der Elventrail. Wer es lieber etwas gemütlicher mag, nimmt wie am Vortag den Gerry- oder Kreuzmoostrail. Achtung: bei Regen sind die Trails am Mutzkopf sehr anspruchsvoll und schlammig. Rauf geht es wieder mit der Bergkastellbahn und über den kleinen Verbindungstrail zur Stieralm. Wer nochmal eine Pause braucht, kann hier einkehren, wobei die Tageskarte sehr zu empfehlen ist.

 

Direkt vor der Stieralm startet dann ein Verbindungstrail zum Highlight des Tages – dem Bunkertrail und den Panzersperren auf einer Hochebene. Wer interessiert ist, findet hier einiges an Geschichte. Auf der Hochebene treiben sich auch immer Wildpferde rum, die Stimmung und Umgebung dort oben sind wirklich einzigartig. An den Panzersperren vorbei, geht es circa fünf Minuten bergauf. Wie aus dem Nichts eröffnet sich ein unglaublicher Weitblick über den Reschensee bis hinter zum Ortler-Gletscher. Anschließend dauert es nochmal gut fünf Minuten bis zum Einstieg des legendären Bunkertrails.

Der Enduro-Trail ist lang, abwechslungsreich und anspruchsvoll. Er spuckt einen direkt im Ort Reschen wieder aus. Dort angekommen geht es am See entspannt zurück zur Schönebenbahn. Das nächste Übernachtungs-Ziel befindet sich am anderen Ende des Sees und heißt Camping zum See in St. Valentin auf der Haide. Der Campingplatz liegt nicht mehr direkt am Reschensee, dafür aber an dem kleinen Haidersee (nicht zum Baden geeignet, aber schön zum Spazieren). Hier haben Camper die Qual der Wahl: entweder klassisch auf dem Campingplatz übernachten oder auf dem kleinen, zugehörigen Stellplatz etwas unterhalb. Claudi und Roman empfehlen den Campingplatz. Tipp: nach der Ankunft kann man bei einem Russen oder einem Aperol Spritz eine kostenlose Runde Minigolf auf dem Campingplatz-eigenen Feld spielen.

Abendessen gibt es im Restaurant des Campingplatzes. Sowohl Pizza, als auch die südtiroler Spezialitäten sind hier sehr gut. Ein Geheimtipp sind die hausgemachten Spinatspätzle, die nicht auf der Karte stehen.

 

Sonntag

Für ein leckeres Frühstück bekommt man frische Semmeln beim Bäcker Angerer oder in einem kleinen Alimentari-Laden am Ortsausgang. Nach dem Frühstück fahren geht es mit der Haideralm-Bahn wieder bergauf. Zum Einrollen am letzten Tag bietet sich der Haideralm Flowtrail an. Nach einer weiteren Fahrt nach oben, wird diesmal in den klassischen Haideralm Trail (der vermutlich schwerste Enduro-Trail der 3-Länder-Runde) gestartet. Wem das eine Nummer zu viel ist, der/die macht sich direkt auf den Weg zu den Transfertrails Richtung Schöneben-Bahn. Die Transfertrails sind nicht zu unterschätzen. Am Anfang geht es eher bergauf-bergab und man lässt hier schon einige Körner Energie liegen.

Für ein kleines Mittagessen und einen Affogato zum Nachtisch bietet sich wieder das Café Sciuri an.

Mit der Schönebenbahn geht es dann wieder rauf. Wer noch Power hat, fährt noch einmal den Schönebentrail vom Samstag. Ansonsten führt der Weg abermals Richtung Haideralm – und zwar über mehrere Kilometer Transfertrails, die sich meistens mit wenig Gefälle den Hang entlang schlängeln.

Für ein letztes Abendessen lohnt sich nochmal eine Einkehr ins Restaurant zum See.