Camping in Spanien – Das solltest Du beachten

10. Februar 2022

Spanien ist vor allem für seine atemberaubenden Küsten und Sandstrände bekannt und berechtigterweise eines der beliebtesten Reiseziele in Europa. Doch neben Costa Brava, Costa Blanca oder Costa del Azahar hat das Land noch einiges zu bieten und eignet sich somit perfekt für jegliche Arten von Campingreisen. Ob Gruppenrundreisen oder Familienurlaub mit den Kids, die iberische Halbinsel hat einiges zu bieten und von uns erfährst Du die Basics zum Thema Camping in Spanien.

Autobahnen, Maut und alles, was im Straßenverkehr in Spanien zu beachten ist

Verkehrsregeln

Für unsere Camper gelten andere Geschwindigkeitsbeschränkungen als für PKWs. Innerorts sind es die aus Deutschland bekannten 50 km/h, außerorts jedoch nur 80 km/h. Auf Schnellstraßen darfst Du 90 km/h fahren und auf Autobahnen bis zu 120 km/h. Für Fahranfänger gibt es keine besonderen Tempolimits, wie z.B. in Italien.

Der spanische Bußgeldkatalog bestraft Verkehrssünden mit mehr Härte als der deutsche. So werden z.B. für die Benutzung eines Handys am Steuer mindestens 200€ fällig, während es in Deutschland mindestens 100€ sind. Alkohol am Steuer kostet ähnlich wie in Deutschland ab 0,5 Promille 500€. Für Fahranfänger liegt das Alkohollimit in den ersten zwei Jahren Fahrpraxis bei 0,3 Promille.

Vorschriften zum Parken in Spanien

Beim Parken orientierst Du dich am besten an den farbigen Markierungen.

Parkverbot gilt bei einer unterbrochenen gelben Linie oder Zickzacklinie am Fahrbahnrand. Diese darf nur für einen kurzen Halt, z.B. zum Ein- und Aussteigen genutzt werden.

Gelbe Markierungen am Fahrbahnrand stehen für ein absolutes Parkverbot, während weiße Markierungen kostenfreie Parkplätze bedeuten.

Blaue Markierungen am Bordsteinrand können für gebührenpflichtige oder zeitlich begrenzte Parkzonen stehen, beachte da am besten die Zusatzschilder.

Grüne Markierungen weisen auf Parkplätze für Anwohner*innen hin, jedoch ist Parken mit Parkschein dort teilweise zeitlich begrenzt möglich.

Nachts musst Du beim Parken das Standlicht einschalten, falls die öffentliche Beleuchtung unzureichend ist.

Der blaue EU-Schwerbehindertenparkausweis ist in Spanien ebenfalls gültig, hier findest du die genauen Infos dazu.

Die spanischen Autobahnen

Spanien hat mit über 15 000 km Länge das größte Autobahnnetz Europas. Unterteilt wird das gewaltige Netz in Autovía und Autopista.

Autopistas sind i.d.R. besser ausgebaut als Autovias, dafür überwiegend mautpflichtig, da sie meistens von privaten Konzernen erhalten werden.

Autovías sind in öffentlicher Hand, daher auch kostenlos. Autopistas werden kurz mit AP abgekürzt, Autovías nur mit A, was oft verwirrend sein kann, speziell wenn sie nebeneinander gebaut sind.

Spanien möchte langfristig das Autobahnnetz wieder in Staatshand umleiten, um Autobahngebühren abzuschaffen und Landstraßen zu entlasten.

Schnellstraßen sind kostenlos.

Maut in Spanien

Maut fällt auf den Autopistas an und wird anhand verschiedener Faktoren berechnet, darunter fallen die Fahrzeugkategorie, Strecke, Jahreszeit, Uhrzeit und der Häufigkeit der Fahrten. Du kannst grob mit 10€ pro 100km Strecke rechnen. Mit unseren Campern bist Du immer in der günstigsten Klasse „Ligeros“.

Es gibt auch verschiedene Systeme an den Mautstationen, bei den gängigsten ziehst Du am Beginn der Strecke ein Ticket und zahlst es, wenn Du die Autobahn wechselst oder verlässt. Auf einigen Teilstrecken musst Du eine Pauschalgebühr zahlen, ohne ein Ticket zu ziehen.

Für die Bezahlung gibt es drei verschiedene Möglichkeiten.

Barzahlung und die Kreditkarten sind relativ selbsterklärend. Bei den Kreditkarten werden die gängigsten internationalen Karten akzeptiert, normale Bankkarten jedoch nicht.

Speziell gekennzeichnet sind die „Télépéaje“, „VIA-T“ oder nur „T“ Zahlstellen, welche mit einer Mautbox im Fahrzeug, sowie einem entsprechenden Vertrag funktionieren. Das System ist schneller, aber auch teurer als die anderen beiden, denn zu den normalen Mautgebühren kommen noch andere Kosten dazu.

Im Kurzzeitvertrag kostet die Aktivierung pro Mautbox 5€, dazu 1,75€ Mietgebühr täglich für die ersten 28 Tage. Dieser Vertrag wird für Reisen bis zu drei Wochen empfohlen, darüber hinaus eignet sich der Langzeitvertrag besser.

Hier werden zu den 5€ Aktivierungsgebühr und 35€ Mietgebühr zusätzlich 7% Servicegebühren auf den Mautumsatz erhoben.

Fährfahrten

Von den verschiedenen Häfen Spaniens kannst Du eine Vielzahl verschiedener Häfen am Mittelmeer und Nordatlantik erreichen. Besonders interessant sind Barcelona und die Häfen um Gibraltar. Von Barcelona aus erreichst du Frankreich, Italien, Marokko, Algerien und die Balearen. Die Häfen um Gibraltar verbinden dich mit den Kanaren, Marokko, Algerien und den beiden spanischen Exklaven Melilla und Ceuta.

Tunnel

Die Tunnel in Spanien kosten je nach Fahrzeugkategorie und Uhrzeit unterschiedlich viel und werden wie die normale Maut beglichen.

Mit dem Camper durch Spanien

Campingplätze und Reservierungen in Spanien

Spanien hat für alle Camper*innen ein passendes Plätzchen. Ob am Meer wie die Costa de la Luz und Costa Dorada am Mittelmeer oder am Atlantik wie die Costa del Azahar oder doch zentraler wie etwa die Hauptstadt Madrid? Generell lässt sich sagen, dass Camping in Spanien im ganzen Jahr ein Highlight ist und die Nebensaison für preissensiblere und spontanere Camper*innen ein interessantes Reiseziel ist. In der Hauptsaison solltest Du Campingplätze so früh wie möglich buchen, um vor Ort nicht überrascht zu werden. Informiere dich auf den jeweiligen Webseiten der Campingplätze, denn manchmal kannst du dort Angebote abstauben.

1. Camping las dunas

In der Nähe von Girona an der französischen Grenze befindet sich der Campingplatz Las Dunas an der Costa Brava. Dank seiner Nähe zum Meer, sowie einem eigenen Wasserpark, ist dieser Campingplatz sicherlich ein Highlight für Familien mit Kindern. Buchbar sind neben Stellplätzen auch Bungalows für 4-6 Personen.

2. Camping cabopino

Der in der Nähe von Marbella in Andalusien gelegene Campingplatz Cabopino besitzt neben Bungalows für bis zu 6 Personen ebenfalls buchbare Stellplätze. Dazu überzeugen eine Vielzahl verschiedener Aktivitäten, die Groß und Klein begeistern. Besonders gut geeignet ist Camping Cabopino für Campingurlaub im Winter.

3. Playa de Mazarron

Mit seiner Lage am Sandstrand von Mazarrón in Murcia ist der gleichnamige Campingplatz Playa de Mazarrón definitiv eines unserer Highlights. Neben Bungalows, Stellplätzen und Sanitäranlagen, wird hier auch für genügend Aktivitäten gesorgt. Mit zahlreichen historischen Städten in der Region kann man hier das ein oder andere Abenteuer starten.

 

Weitere Hinweise 

Campingkarte

Es gibt viele verschiedene Campingkarten, welche dir unterschiedliche Vergünstigungen fürs Camping in Spanien bieten. Hier erhältst du Informationen zur Camping Key Europe Karte. Dieses Mal möchten wir Dir die Campingcard ACSI näherbringen. ACSI bietet einen Campingplatzführer mit ca. 8000 Campingplätzen in Europa an, welcher die Ermäßigungskarte inkludiert. Der Plan kostet 19€, die Ermäßigungskarte im Einzelkauf 13€. In der Nebensaison erhältst Du bei den über 3000 teilnehmenden Campingplätzen einen pauschalen Rabatt-Preis von 12-22 Euro pro Nacht, eine Haftpflichtversicherung wie bei der CKE ist dabei nicht inbegriffen.

Wildcampen in Spanien

Freies Camping in Spanien ist nicht einheitlich geregelt. Neben den staatlichen Vorschriften besitzen die autonomen Regionen eigene Regeln, wobei es letztlich an den Gemeinden liegt, ob Wildcamping erlaubt ist oder nicht. Die Strafen gehen bis zu 600€ in Naturschutzgebieten, teurer wird es, wenn Du unerlaubt Feuer machst. Die Kosten dafür können gut und gerne vierstellig werden. Mit folgenden Tipps bist Du meistens auf der sicheren Seite, am besten informierst Du Dich aber bei der entsprechenden Gemeinde oder dem örtlichen Tourismusverband und holst Dir gegebenenfalls eine Genehmigung.

Außerhalb von Wohngebieten und in der Nähe von Campingplätzen und Stränden darfst Du generell nicht übernachten. Auf Straßen und Parkplätzen darfst Du nur übernachten, wenn du die Genehmigung der örtlichen Behörden hast. Dort darfst Du maximal drei Nächte, mit 3 Zelten und 10 Personen bleiben und musst Dich natürlich an die Straßenverkehrsordnung halten. Wenn Du auf Privatgrund übernachten möchtest, benötigst Du die Erlaubnis der Grundstücksbesitzer: innen

Fazit

Spanien ist eines der facettenreichsten Länder Europas und seine Vielzahl an Bergen und Küsten machen Camping in Spanien sicher zu einem der absoluten Highlights, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Kulinarik Fans kommen in Spanien auch auf ihre Kosten und können sich durch die Nationalgerichte durchprobieren und die Spezialitäten der verschiedenen Regionen erkunden.

Du solltest deine Route je nach deinen Interessen gestalten, mit folgendem Vorschlag machst Du aber sicher nichts falsch. Ich würde Dir einen Mix aus Stadt und Natur empfehlen, um das Beste aus beiden Welten zu bekommen. Los geht’s in Barcelona, wo sich Sightseeing definitiv anbieten würde. Von dort aus würde ich die Costa Brava und Costa Blanca entlang am Mittelmeer fahren und je nach Lust und Laune die verschiedenen Regionen erkunden. Weiter geht es Richtung Süden, nach Málaga und Sevilla. Von hier aus könntest du nach Portugal oder gar Marokko weiterfahren. Ich würde dir empfehlen, wenn du in Spanien bleiben möchtest, von Sevilla aus durch die Regionen Extremadura und Kastilien und Leon Richtung Nordatlantikküste zu fahren. Dabei würde sich auch ein Stopp in Madrid anbieten. Vom Norden aus kannst du Richtung Osten nach Bilbao und wieder Richtung Deutschland fahren.

Beim Camping in Spanien ist für jeden etwas dabei und mit unseren Campern kannst du deinen Urlaub ideal für dich gestalten.