Unterwegs mit der Kamera – Fotospots in Südtirol

13. November 2019

Fototour durch Südtirol

Vor ein paar Wochen war es endlich soweit, es ging mit dem Camper auf einen Trip durch Südtirol. Anfang Mai hatten Jonas und ich, Florian, uns einige bekannte Fotospots in Südtirol herausgesucht. Diese haben wir mit dem VW Camper von den Camperboys erkundet und neben vielen Fotos einige gute Erfahrungen gesammelt. Immer natürlich mit der Kamera im Gepäck.

Es geht los - Über den Brenner nach Villnöss

Nach der umfangreichen Einweisung in den Camper und dessen viele Funktionen, ging es aus dem grauen München durch Österreich und über den Brenner in Richtung Südtirol. Die Fahrt über die Autobahn war dank Tempomat und bequemer Automatik sehr entspannt. Nach circa drei Stunden fuhren wir in das kleine und enge Tal von Villnöss. Unser Ziel war das Ende des Tals, unser Platz für die erste Nacht. Mit ein paar Handgriffen ist die Rückbank umgeklappt und die große Liegefläche bereit für die Nacht.

 

Tag 1: Villnöss und die Umgebung mit der Kamera erkunden
Der Wecker klingelte gegen fünf Uhr. Es war Zeit für den ersten unserer Fotospots in Südtirol. Wir fuhren hinauf in Richtung der Zanser Alm. Die engen Straßen waren schneefrei, aber je höher wir fuhren, desto mehr Schnee lag am Straßenrand. In den Dolomiten war definitiv der Winter noch nicht vorbei.
An der Zanser Alm angekommen, traf bereits das erste Sonnenlicht auf die Gipfel der Geisler Gruppe, während das Tal noch im Schatten lag. Für uns die perfekte Gelegenheit die ersten Bilder der beeindruckten Landschaft in Südtirol zu machen.

Anschließend fuhren wir wieder hinunter ins Tal, da sich das Licht der Morgensonne immer weiter in das Tal vorarbeitete. Unser Ziel war die Kirche St. Johann am Ende des Tals. Die kleine Kirche steht einsam auf einer Weide direkt vor den hoch aufragenden Gipfel der Dolomiten. Nach einigen guten Bildern und einem kurzen Flug mit der Drohne war es Zeit für einen Kaffee und Frühstück. Dank des gut ausgestatteten Campers mit zwei Kochfeldern samt Kaffeekanne kein Problem.

Über das Würzjoch zu den Erdpyramiden

Nach dem Frühstück machten wir uns Gedanken, wie wir die Zeit bis zum Sonnenuntergang verbringen sollten. Da wir genug Zeit hatten, entschlossen wir uns über das Würzjoch in Richtung der Erdpyramiden bei Platten zu fahren. Die Straße zum Joch hinauf war recht eng und kurvig. Außerdem lag auf der Passhöhe noch einiges an Schnee. Es war ein kleiner Vorgeschmack auf die kommenden Fahrten über die Pässe in Südtirol. Wir erkundeten kurz die Gegend, fuhren dann jedoch recht schnell weiter in Richtung der Erdpyramiden.

Nach gut einer Stunde Fahrt erreichten wir den Parkplatz nahe des Ziels. Vom Parkplatz aus waren es circa 40 Minuten Fußweg zu den Erdpyramiden. Diese entstanden durch Erosion und Erdrutsche und bilden einen starken Kontrast zu den umliegenden Wäldern und sollten unseren ersten Ort der Fotospots in Südtirol bilden. Leider war es bereits vormittags und die Sonne stand sehr hoch. Das Licht war nicht ideal und keine Wolke am Himmel. Trotzdem lädt der Ort zum Verweilen ein.

Nach gut 40 Minuten an den Erdpyramiden machten wir uns auf den Rückweg. Nachdem wir wieder am Camper angekommen waren, war es Zeit für das Mittagessen. Wir entschieden uns die beigelegten Suppen von Little Lunch zu essen, eine gute Entscheidung. Danach war erstmal Entspannung angesagt und wir gönnten uns im Camper und unserer Kamera eine kleine Mittagspause.

Das Ziel für den Abend - Der Karersee

Am frühen Nachmittag machten wir uns schließlich auf zum Karersee. Ein kleiner Bergsee eingebettet in die Gipfel der Latemar-Gruppe. Uns standen gut 1,5 Stunden Fahrt über die Autobahn und Passstraßen bevor. Vor allem die Fahrt hinauf über den Karerpass macht auch mit dem Camper sehr viel Spaß. Dank der guten Motorisierung, kamen wir flott und ohne Probleme die Passstraße hinauf.

Am Karersee angekommen, bekamen wir erst einmal einen kleinen Schock. Der Winter hatte seine Spuren in den dichten Wäldern hinterlassen. Durch einen Sturm waren viele Bäume umgestürzt und so gab es große Lücken im sonst sehr dichten Wald. Auch direkt am See waren die Folgen des Sturms zu sehen. Der Rundweg um den See war teilweise gesperrt.
Trotz allem erlebten wir einen schönen Sonnenuntergang rund um den See. Dabei waren wir nicht allein, auch einige andere Fotografen waren da. Der See ist vor allem durch Instagram zu einem der bekanntesten Fotospots in Südtirol geworden. Und das zu recht, die Bilder, die hier entstanden sind, sehen wirklich toll aus!

Auf zur Seiser Alm

Unser Ziel für den nächsten Morgen und den Sonnenaufgang war die Seiser Alm, die höchste Alm Europas. Über den Nigerpass standen uns nochmal circa 1,5 Stunden Fahrt bevor. Während der blauen Stunde ging es entlang der Gipfel in Richtung der Seiser Alm. Hier suchten wir uns einen Schlafplatz, denn der Wecker war für den Morgen wieder sehr früh gestellt.

 

Erlebe Dein eigenes Abenteuer

Tag 2: Sonnenaufgang auf der Seiser Alm und Hinauf zum Sellajoch 
Nach einer erneut recht kurzen Nacht erkundeten wir zum Sonnenaufgang die Seiser Alm. Die Seiser Alm ist für den allgemeinen Verkehr gesperrt und so machten wir uns von Parkplatz in Compatsch auf den Weg die Alm zu erkunden.

Die Sonne war bereits aufgegangen, als wir uns auf die Suche nach den bekannten Fotospots in Südtirol machten. Entlang des Weges und auf der gesamten Alm stehen sehr viele kleine Holzhütten. Diese bieten im Morgenlicht ein perfektes Fotomotiv vor der Seceda im Hintergrund.
Nach gut einer Stunde erreichten wir unser Ziel und machten uns auf die Suche nach Motiven. Da noch recht viel Schnee lag, war dies gar nicht so einfach. Aber wir konnten dennoch einige gute Bilder mit unseren Kameras machen, bevor wir uns auf den Weg zum Camper und zum Parkplatz machten. Normalerweise ist der Parkplatz dort kostenpflichtig, da wir aber bereits sehr früh dort waren und kurz nach neun Uhr wieder fuhren, mussten wir keine Gebühr zahlen.

 

Als Tipp: die Fahrt auf die Seiser Alm ist nur bis 9:00 Uhr morgens und ab 17:00 gestattet. Von der Alm hinunter darf man aber jederzeit fahren. Wenn man nicht mit dem Auto fahren will, gibt es die Möglichkeit per Seilbahn oder Bus auf die Alm zu kommen.

Hinauf auf das Sellajoch

Als nächstes Stand das Sellajoch auf unserer Liste. Das ist einer unserer Lieblings Fotospots in Südtirol. Ursprünglich hatten wir nicht mehr mit so viel Schnee gerechnet, aber auf dem Weg zur auf 2240 Metern gelegenen Passhöhe türmten sich die Schneemassen entlang der Straße. Wir erreichten das Joch gegen Mittag und legten eine kurze Pause ein, um die Aussicht zu genießen und einen kleinen Snack zu uns zunehmen.

 

Anschließend fuhren wir die andere Seite des Passes hinab und suchten einen Platz für die Mittagspause. An einem kleinen Parkplatz an der Passstraße bauten wir dann die Markise, sowie Stühle und Tisch auf. In der Sonne genossen wir die Ruhe und schauten immer wieder den vorbei fahrenden Motorrädern und Sportwagen hinterher.

Vom Sellajoch zum Nachtlager

Gegen Nachmittag bauten wir unser Lager ab und machten uns auf den Weg zurück in Richtung der Seiser Alm und den Campingplatz. Hier planten wir den Abend und die Nacht zu verbringen. Auf dem Weg dort hin stoppten wir mehrmals, um Fotos vom Camper vor den beeindruckenden Gipfel der Dolomiten zu machen. Kurz vor dem Campingplatz hielten wir noch kurz an der Kirche St. Valentin bei Kastelruth. Sie ist ebenfalls eines der bekannstetsn Fotospots in Südtirol und steht inmitten grüner Wiesen vor den Gipfeln rund um die Seiser Alm.

Gegen acht Uhr abends erreichten wir schließlich den Campingplatz. Dort konnten wir den Camper an den Strom anschließen und so die Batterien und Akkus unserer Kameras laden. Nach einer langen und entspannten Dusche fuhren wir das Auftstelldach aus und machten uns unser Abendessen. Es wurde auch an der Zeit das Bier aus dem Kühlfach zu holen und den Abend zu genießen.

Tag 3: Der letzte Stopp mit der Kamera am Pragser Wildsee 
Nach einer längeren Nacht, aufgrund eines wolkenverhangenen Morgens, begannen wir während des Frühstücks mit den Planungen für den anstehenden Tag. Aufgrund einer schlechten Wettervorhersage, entschlossen wir uns am Vormittag Fotos vom Camper zu machen und anschließend in Richtung Pragser Wildsee zu fahren. Eigentlich standen noch weitere Spots auf unserer Liste. Jedoch entschieden wir uns diese nicht anzusteuern, da viele Bergseen, wie der Misurina-See noch gefroren waren und einige Wanderungen aufgrund des vielen Schnees den Zeitplan gesprengt hätten.

 

Auf dem Weg zum Pragser Wildsee machten wir noch einige kleine Abstecher, um die Gegend zu erkunden. Südtirol hat neben den bekannten Foto-Spots eine atemberaubende Landschaft zu bieten, auch bei eher schlechtem Wetter.

Rund um den Pragser Wildsee

Der Pragser Wildsee liegt etwas außerhalb des Orts Prags bzw. Braies und heißt daher auch Lago dis Braies. Eingebettet von bis zu 2800 Metern hohen Gipfel ist der See recht abgeschieden, aber gleichzeitig auch ein beliebtes Ausflugsziel. Am Rande des Sees befinden sich mehrere große Parkplätze an denen wir den Camper gut abstellen konnten.

Nach einer kleinen Stärkung, machten wir uns dann auf den Weg an den See. Aufgrund des langen Winters, war der See noch relativ leer und der Wasserstand niedrig. Auch die bekannten und beliebten Ruderboote des oft fotografierten Bootsverleihs am See, waren noch nicht auf dem Wasser. So suchten wir rund um das Seeufer nach Fotomotiven. Leider war jedoch das Licht und die Stimmung nicht die beste und der Himmel grau.

Wir entschieden uns den Rundweg um den See zu folgen und die andere Seite des Sees zu erkunden. Unser Ziel war das Hotel am anderen Seeufer zu fotografieren. Leider war auch hier die Stimmung grau und nicht sehr einladend. So entschlossen wir uns mit nassen Füßen zurück zum Camper zu gehen und den Abend sowie den Morgen zu planen.

Ein Morgen im Dauerregen und die vorgezogene Rückfahrt

Wir entschlossen uns nachdem wir am Pragser Wildsee waren, erneut in Richtung der Erdpyramiden bei Platten zu fahren. Nachdem wir den Ort bei gutem Wetter erkundet hatten, wollten wir dort noch einmal Bilder bei schlechtem Wetter und Nebel machen. Wodurch der Spot besser zur Geltung kommen würde.

Also ging es nach einer kleinen Stärkung zurück in Richtung Platten und wir suchten uns einen Standplatz für die Nacht. Schon während der Fahrt kündigte sich das schlechte Wetter an. In der Nacht begann es dann zu Regnen. Der Regen hörte bis zum Morgen nicht auf und einige hundert Höhenmeter weiter oben schneite es. Unser Plan nochmal zu den Erdpyramiden zu wandern, war aufgrund des Wetters nur schwierig umzusetzen. So entschieden wir uns einen Tag eher als geplant den Rückweg anzutreten.

Unser Fazit - Mit dem Camper durch Südtirol

Unser Trip mit dem Camper durch Südtirol wird uns definitiv in Erinnerung bleiben. Von der Übergabe des Campers, über die Fahrten auf den Passstraßen, bis hin zur Abgabe war es eine wirklich gute Erfahrung. Auch wenn unsere Planung nicht ganz aufging, war der Trip aus fotografischer Sicht sehr erfolgreich. Mit dem Camper hatten wir alle nötigen Freiheiten und konnten schnell von Spot zu Spot fahren. Im besten Fall gibt es sogar Campingplätze nahe der Spots, wie beispielsweise der Seiser Alm. Auch an der Ausstattung und am Komfort hat es dem Camper keinerlei gemangelt.