Foto von CamperBoys Autorin

Vreni

Als Journalistin beschäftigt sich Vreni regelmäßig mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

„Wir sind jetzt Climate Partner“ – was heißt das?

CamperBoys ist jetzt ClimatePartner! Ab dieser Saison unterstützen wir ein Aufforstungsprojekt in Brasilien, um alle CO2-Emissionen unserer Mieter*innen zu kompensieren. Damit ist jeder Kilometer Eures Trips klimaneutral. Aber was heißt das eigentlich genau?
Wie klimaschädlich ist eigentlich unser Urlaub?
Jeder Mensch hinterlässt einen CO2-Fußabdruck – immer und überall. Es ist schlichtweg nicht möglich, komplett klimaneutral zu leben. Durchschnittlich verursacht der Deutsche rund 11 Tonnen CO2 pro Jahr. Klimaverträglich wäre ein Pro-Kopf-Ausstoß zwischen 1 und 2 Tonnen. Einen großen Anteil auf unser Klimakonto zahlt leider auch unser Urlaub ein.

Das Auto ist das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen – auch im Urlaub. 50% nutzten nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) 2015 das eigene Fahrzeug für Reisen. Der Anteil hat sich in den letzten Jahren nur wenig verändert. Bahn und Bus nutzten 2015 nur 8%. Für das Klima ist diese Verteilung fatal, denn ein Kleinwagen erzeugt bei einer Auslastung von durchschnittlich 1,5 Personen pro Kilometer 142 Gramm Klimagase. Damit mehr als dreimal so viel wie die Bahn im Fernverkehr (41 Gramm bei einer Auslastung von 50%). Wer mit dem Wohnmobil oder -wagen unterwegs ist, erzeugt laut DEKRA CO2-Rechner je nach Spritverbrauch pro Kilometer 212 Gramm bis 318 Gramm CO2. Große Wohnmobile und Pkw erzeugen bei schlechter Auslastung pro Person sogar CO2- Emissionen, die mit denen eines Flugs oder einer Kreuzfahrt vergleichbar sind.

Aber – und das ist der Vorteil unserer Camper: Diese Bilanz verbessert sich, sobald die Fahrzeuge gemietet werden und damit dauerhafter ausgelastet sind. Und nicht nur die Emissionen der An- und Abreise zählen. So erzeugt eine Hotelübernachtung deutlich mehr CO2 als eine Übernachtung auf einem Campingplatz.
Hier ein kleines CO2-Ranking für euren Urlaub
Besonders empfehlenswert – Note 1
• Radurlaub ab der eigenen Haustür
• Zelturlaub auf dem Öko-Campingplatz, An- und Abreise mit Bahn, Reisebus oder Mitfahrzentrale

Empfehlenswert – Note 2
• Reise mit dem voll ausgelasteten Wohnmobil ohne Campingplatz
• Pension, An- und Abreise mit Reisebus oder Bahn

Noch vertretbar – Note 3
• Pkw (voll ausgelastet), Übernachtung auf dem Campingplatz oder im Hotel
• Wohnmobil (voll ausgelastet), Übernachtung auf dem Campingplatz

Nur bei keiner anderen Alternative – Note 4
• Wohnmobil mit 50% Auslastung, Übernachtung auf dem Campingplatz
• Pkw mit 2 Personen, Übernachtung im Hotel
• Flugreise (Europa), Übernachtung auf dem Campingplatz, Fortbewegung vor Ort, mit ÖPNV oder Fahrrad

Sehr selten oder vermeiden – Note 5
• Flugreise, Übernachtung im Hotel, Mietwagen vor Ort
• Kreuzfahrt (besonders bei An- und Abreise mit dem Flugzeug)
• Kreuzflugreise

Wie viele Treibhausgase ihr in eurem Urlaub ausstoßt, habt ihr selbst ein Stück weit im Griff. Radreisen und Camping zählen zu den umweltfreundlichsten Arten zu reisen. Die Emissionen, die dennoch entstehen, kann man – zumindest ein Stück weit – wieder gut machen. Durch Kompensation.
Klimaneutral campen mit den CamperBoys
Wie funktioniert Kompensation?
Das Prinzip der Kompensation beruht auf dem Gedanken, dass es für das Klima nicht entscheidend ist, an welcher Stelle Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Daher lassen sich Emissionen, die an einer Stelle verursacht wurden, auch durch eine Einsparung an einer anderen Stelle ausgleichen.

Bekannt, aber leider noch lange nicht verbreitet, ist die Kompensation bei Flugreisen. Bei der freiwilligen Kompensation wird dann die Höhe der verbleibenden klimawirksamen Emissionen einer bestimmten Aktivität berechnet. Die Kompensation erfolgt über Emissionsgutschriften, mit denen dieselbe Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten als ausgeglichen wird. Wichtig ist, dass es ohne den Mechanismus der Kompensation das Klimaschutzprojekt nicht geben würde, es sich also bei dem Projekt um eine zusätzliche Klimaschutzmaßnahme handelt.

Qualitätsstandards gewährleisten die Einhaltung bestimmter Kriterien. Sie stellen vor allem sicher, dass Treibhausgasemissionen tatsächlich in der angestrebten Höhe zusätzlich ausgeglichen werden.
Klimaneutral campen mit den CamperBoys
Ist das nicht Greenwashing?
Der Markt für freiwillige Kompensationszahlungen wächst – weltweit. Freiwillige Kompensationszahlungen sind aber auch umstritten. Insbesondere unter Umweltbewegten und in Umweltverbänden. Nicht jeder glaubt an die Wirksamkeit der Klimakompensation. Experten streiten über ihren Sinn oder Unsinn. Besonders Fluggesellschaften rechnen ihre Emissionen klein und drücken die Qualitätsstandards, so die Meinungen. Viele Umweltschützer lehnen das freiwillige Kompensieren immer noch als Greenwashing oder modernen Ablasshandel ab.
Klimaneutral campen mit den CamperBoys
Was man auf jeden Fall sagen kann
Es ist wie mit jedem Aspekt unseres Konsumverhaltens: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Mit Kompensation allein ist es natürlich nicht getan. Sicher ist, wir müssen die CO2-Emissionen reduzieren, um unser Klima zu retten. Und dazu kann und sollte jeder einen Beitrag leisten. Weniger Fleisch essen, den Stromanbieter wechseln, Klamotten lange tragen. Das alles sind Möglichkeiten. Genauso wie umweltbewusst und klimafreundlich reisen. So muss man nicht komplett auf seinen Urlaub verzichten.

Untersuchungen zeigten, dass Personen, die klimaschädliche Emissionen kompensieren, tendenziell auch anderweitig einen nachhaltigeren Lebensstil pflegen. Das bedeutet: Kompensationszahlungen sollten nicht als Freikauf oder Freibrief, sondern als eine zusätzliche Möglichkeit für klimaschützendes Handeln verstanden werden.

Wenn ihr also einen unserer Camper mietet und entweder keinen Campingplatz oder einen Öko-Campingplatz nutzt, mit unseren top ausgestattet Campern
ist ein Hotel nämlich gar nicht notwendig, reist ihr bereits sehr klimafreundlich. Die Emissionen, die unsere Camper verursachen, kompensieren wir, indem wir ein Aufforstungsprojekt von ClimatePartner unterstützen.
Wie viel CO2 ihr im täglichen Leben verursacht, könnt ihr euch übrigens selbst ausrechnen.

Quellen

  • FAIRreisen – Das Handbuch für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen (Frank Herrmann)
  • Kompensation von Treibhausgasemissionen (2018, Umweltbundesamt) Emissionen clever ausgleichen – Was zählt bei der Kompensation
  • Freiwillige Kompensationszahlungen und nachhaltige Lebensstile: Passt das zusammen? (PDF, 2015, Umweltbundesamt)
  • Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte (PDF, 2018, Umweltbundesamt)
  • CO2-Kompensation: Diese Anbieter tun am meisten für den Klimaschutz (Stiftung Warentest (03/2018)

More stories

Hast Du Dich schon für unseren Newsletter eingetragen?

Melde Dich an und verpasse nie wieder Angebote, spannende Neuigkeiten und Stories rund um’s Thema Camping!