Vreni

Als Journalistin beschäftigt sich Vreni regelmäßig mit den Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

„Wir sind jetzt Climate Partner“ – was heißt das?

CamperBoys ist jetzt ClimatePartner! Ab dieser Saison unterstützen wir ein Aufforstungsprojekt in Brasilien, um alle CO2-Emissionen unserer Mieter*innen zu kompensieren. Damit ist jeder Kilometer Eures Trips klimaneutral. Aber was heißt das eigentlich genau?
Wie klimaschädlich ist eigentlich unser Urlaub?
Jeder Mensch hinterlässt einen CO2-Fußabdruck – immer und überall. Es ist schlichtweg nicht möglich, komplett klimaneutral zu leben. Durchschnittlich verursacht der Deutsche rund 11 Tonnen CO2 pro Jahr. Klimaverträglich wäre ein Pro-Kopf-Ausstoß zwischen 1 und 2 Tonnen. Einen großen Anteil auf unser Klimakonto zahlt leider auch unser Urlaub ein.

Das Auto ist das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen – auch im Urlaub. 50% nutzten nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) 2015 das eigene Fahrzeug für Reisen, die länger als fünf Tage dauerten. Der Anteil hat sich in den letzten Jahren nur wenig verändert (2005: 53%). Bahn und Bus nutzten 2015 nur 8% der Deutschen. Für das Klima ist diese Verteilung fatal, denn ein Kleinwagen erzeugt bei einer Auslastung von durchschnittlich 1,5 Personen pro Kilometer 142 Gramm Klimagase und damit mehr als dreimal so viel wie die Bahn im Fernverkehr (41 Gramm bei einer Auslastung von 50%). Wer mit dem Wohnmobil oder -wagen unterwegs ist, erzeugt laut DEKRA CO2-Rechner je nach Spritverbrauch pro Kilometer 212 Gramm (bei einem Verbrauch von 8 Litern Diesel pro 100 km) bis 318 Gramm CO2 (bei einem Verbrauch von 12 Litern Diesel pro 100 km). Große Wohnmobile und Pkw erzeugen bei schlechter Auslastung pro Person sogar CO2- Emissionen, die mit denen eines Flugs oder einer Kreuzfahrt vergleichbar sind.

Aber – und das ist der Vorteil unserer Camper: Diese Bilanz verbessert sich, sobald die Fahrzeuge gemietet werden und damit dauerhafter ausgelastet sind und nicht, wie bei Wohnmobilen oder -wagen in Privatbesitz, nur einmal pro Jahr für eine Urlaubsreise aus der Garage geholt werden. Aber nicht nur die Emissionen der An- und Abreise zählen. So erzeugt eine Hotelübernachtung deutlich mehr CO2 als eine Übernachtung auf einem Campingplatz.
Hier ein kleines CO2-Ranking für euren Urlaub
Note 1 – besonders empfehlenswert
• Radurlaub ab der eigenen Haustür
• Zelturlaub auf dem Öko-Campingplatz
An- und Abreise mit Bahn, Reisebus oder Mitfahrzentrale

Note 2 – empfehlenswert
• Reise mit dem voll ausgelasteten Wohnmobil ohne Campingplatz
• Pension, An- und Abreise mit Reisebus oder Bahn

Note 3 – noch vertretbar
• Vollausgelasteter Pkw, Übernachtung auf dem Campingplatz oder im Hotel
• voll ausgelastetes Wohnmobil, Übernachtung auf dem Campingplatz

Note 4 – nur bei keiner anderen Alternative
• Wohnmobil mit 50% Auslastung, Übernachtung auf dem Campingplatz
• Pkw mit 2 Personen, Übernachtung im Hotel
• Flugreise (Europa), Übernachtung auf dem Campingplatz, Fortbewegung vor Ort, mit ÖPNV oder Fahrrad

Note 5 – sehr selten oder vermeiden
• Flugreise, Übernachtung im Hotel, Mietwagen vor Ort
• Kreuzfahrt (besonders bei An- und Abreise mit dem Flugzeug)
• Kreuzflugreise

Ihr seht also: Wie viele Treibhausgase ihr in eurem Urlaub ausstoßt, habt ihr selbst ein Stück weit im Griff. Radreisen und Camping zählen zu den umweltfreundlichsten Arten zu reisen. Die Emissionen, die dennoch entstehen, kann man – zumindest ein Stück weit – wieder gut machen. Durch Kompensation.
Wie funktioniert Kompensation?
Das Prinzip der Kompensation beruht auf dem Gedanken, dass es für das Klima nicht entscheidend ist, an welcher Stelle Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Daher lassen sich Emissionen, die an einer Stelle verursacht wurden, auch durch eine Einsparung an einer anderen, weit entfernten Stelle ausgleichen.

Bekannt, aber leider noch lange nicht verbreitet, ist die Kompensation bei Flugreisen. Bei der freiwilligen Kompensation wird dann die Höhe der verbleibenden klimawirksamen Emissionen einer bestimmten Aktivität, zum Beispiel einer Flugreise, berechnet. Die Kompensation erfolgt über Emissionsgutschriften, mit denen dieselbe Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten ausgeglichen wird. Wichtig ist, dass es ohne den Mechanismus der Kompensation das Klimaschutzprojekt nicht geben würde, es sich also bei dem Projekt um eine zusätzliche Klimaschutzmaßnahme handelt.

Qualitätsstandards gewährleisten die Einhaltung bestimmter Kriterien. Sie stellen vor allem sicher, dass Treibhausgasemissionen tatsächlich in der angestrebten Höhe zusätzlich ausgeglichen werden. Die Standards klären so folgende beispielhaften Fragen: Werden dank einer neuen Windkraftanlage tatsächlich am Ende insgesamt weniger Emissionen ausgestoßen als ohne sie? Gibt es nach der Aufforstung eines Waldes negative Nebeneffekte, die den Nutzen des Projekts untergraben? Und hätte sich die indonesische Stadtverwaltung nicht ohnehin um die klimaschädlichen Abfälle gekümmert?
Klimaneutral campen mit den CamperBoys
Ist das nicht Greenwashing?
Der Markt für freiwillige Kompensationszahlungen wächst – weltweit. Freiwillige Kompensationszahlungen sind aber auch umstritten – insbesondere unter Umweltbewegten und in Umweltverbänden. Nicht jeder glaubt an die Wirksamkeit der Klimakompensation. Experten streiten über ihren Sinn oder Unsinn. Besonders Fluggesellschaften rechnen ihre Emissionen klein und drücken die Qualitätsstandards, so die Meinungen. Viele Umweltschützer lehnen das freiwillige Kompensieren immer noch als Greenwashing oder modernen Ablasshandel ab.
Was man auf jeden Fall sagen kann
Es ist wie mit jedem Aspekt unseres Konsumverhaltens: Es gilt das Prinzip „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Mit Kompensation allein ist es natürlich nicht getan. Sicher ist, wir müssen die CO2-Emissionen reduzieren, um unser Klima zu retten. Und dazu kann und sollte jeder einen Beitrag leisten. Weniger Fleisch essen, den Stromanbieter wechseln, Klamotten lange tragen – das alles sind Möglichkeiten. Genauso wie umweltbewusst und klimafreundlich reisen. So muss man nicht komplett auf seinen Urlaub verzichten.

Untersuchungen des Umweltbundesamtes zeigten, dass Personen, die klimaschädliche Emissionen ihres Konsumverhaltens kompensieren, tendenziell auch anderweitig einen nachhaltigeren Lebensstil pflegen. Das bedeutet: Kompensationszahlungen sollten nicht als Freikauf oder Freibrief, sondern als eine zusätzliche Möglichkeit für klimaschützendes Handeln verstanden werden.

Wenn ihr also einen unserer Camper mietet, voll auslastet und entweder keinen Campingplatz nutzt – mit unserer Ausstattung braucht ihn nämlich nicht unbedingt – oder einen Öko-Campingplatz nutzt, reist ihr bereits sehr klimafreundlich. Die Emissionen, die unsere Camper verursachen, kompensieren wir, indem wir ein Aufforstungsprojekt von ClimatePartner unterstützen.
Wie viel CO2 ihr im täglichen Leben verursacht, könnt ihr euch übrigens selbst ausrechnen.

Quellen

  • FAIRreisen – Das Handbuch für alle, die umweltbewusst unterwegs sein wollen (Frank Herrmann)
  • Kompensation von Treibhausgasemissionen (2018, Umweltbundesamt) Emissionen clever ausgleichen – Was zählt bei der Kompensation
  • Freiwillige Kompensationszahlungen und nachhaltige Lebensstile: Passt das zusammen? (PDF, 2015, Umweltbundesamt)
  • Freiwillige CO2-Kompensation durch Klimaschutzprojekte (PDF, 2018, Umweltbundesamt)
  • CO2-Kompensation: Diese Anbieter tun am meisten für den Klimaschutz (Stiftung Warentest (03/2018)

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