Wie funktioniert eigentlich CO₂-Kompensation?

18. Juni 2019

Wie klimaschädlich ist eigentlich unser Urlaub?

Jeder Mensch hinterlässt einen CO₂-Fußabdruck – immer und überall. Es ist schlichtweg nicht möglich, komplett klimaneutral zu leben. Durchschnittlich verursacht der Deutsche rund 11 Tonnen CO₂ pro Jahr. Klimaverträglich wäre ein Pro-Kopf-Ausstoß zwischen 1 und 2 Tonnen. Einen großen Anteil auf unser Klimakonto zahlt leider auch unser Urlaub ein. Aber wir haben eine gute Nachricht: wir kompensieren jeden gefahrenen Kilometer und so könnt Ihr bei uns klimaneutral campen!

Das Auto ist das liebste Fortbewegungsmittel der Deutschen – auch im Urlaub. 55% nutzten nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) 2021 das eigene Fahrzeug für Reisen. Flugreisen lagen 2021 mit 34% wieder auf dem Niveau von 2010. Bahn und Bus nutzten 2021 nur 7%.

Ein Kleinwagen erzeugt bei einer Auslastung von durchschnittlich 1,4 Personen pro Kilometer 154 Gramm Klimagase. Damit mehr als fünfmal so viel wie eine Person in der Bahn im Fernverkehr verursacht (29 Gramm bei einer Auslastung von 56%). Am meisten Ausstoß wird bei Flugreisen pro Person verursacht, hier fallen 214 Gramm pro Kilometer an. (Quelle: Umweltbundesamt 2021)

Wer mit dem Wohnmobil oder -wagen unterwegs ist, erzeugt laut dem CO₂-Rechner des Umweltbundesamts je nach Spritverbrauch pro Kilometer 250 Gramm bis 390 Gramm CO2. Die Ausstoßmenge bezieht sich hier auf das gesamte Fahrzeug. Je mehr Personen im Camper verreisen, desto weniger Klimagase fallen pro Person an. Große Wohnmobile und Pkw erzeugen bei schlechter Auslastung pro Person sogar CO₂-Emissionen, die mit denen eines Flugs oder einer Kreuzfahrt vergleichbar sind.

 

Wie viele Treibhausgase ihr in eurem Urlaub ausstoßt, habt ihr selbst ein Stück weit im Griff. Radreisen und Camping zählen zu den umweltfreundlichsten Arten zu reisen. Die Emissionen, die dennoch entstehen, kann man – zumindest ein Stück weit – wieder ausgleichen. Durch Kompensation mit Klimaschutzprojekten.

Wie funktioniert Kompensation?

Das Prinzip der Kompensation beruht auf dem Gedanken, dass es für das Klima nicht entscheidend ist, an welcher Stelle Treibhausgase ausgestoßen oder vermieden werden. Daher lassen sich Emissionen, die an einer Stelle verursacht wurden, auch durch eine Einsparung an einer anderen Stelle ausgleichen.

 

Bei der freiwilligen Kompensation wird dann die Höhe der verbleibenden klimawirksamen Emissionen einer bestimmten Aktivität berechnet. Die Kompensation erfolgt über Emissionsgutschriften, mit denen dieselbe Emissionsmenge in Klimaschutzprojekten ausgeglichen wird. Wichtig ist, dass es ohne den Mechanismus der Kompensation das Klimaschutzprojekt nicht geben würde, es sich also bei dem Projekt um eine zusätzliche Klimaschutzmaßnahme handelt.

 

Qualitätsstandards gewährleisten die Einhaltung bestimmter Kriterien. Sie stellen vor allem sicher, dass Treibhausgasemissionen tatsächlich in der angestrebten Höhe zusätzlich ausgeglichen werden.

Ist das nicht Greenwashing?

Der Markt für freiwillige Kompensationszahlungen wächst – weltweit. Freiwillige Kompensationszahlungen sind aber auch umstritten. Insbesondere unter Umweltbewegten und in Umweltverbänden. Nicht jeder glaubt an die Wirksamkeit der Klimakompensation. Experten streiten über ihren Sinn oder Unsinn. Viele Umweltschützer lehnen das freiwillige Kompensieren als Greenwashing oder modernen Ablasshandel ab.

NatureOffice behandelt das Thema in einem umfangreichen Youtube Video Greenwashing oder echter Klimaschutz?

Was man auf jeden Fall sagen kann

Es ist wie mit jedem Aspekt unseres Konsumverhaltens: „So wenig wie möglich, so viel wie nötig“. Mit Kompensation allein ist es natürlich nicht getan. Sicher ist, wir müssen die CO₂-Emissionen reduzieren, um unser Klima zu retten. Und dazu kann und sollte jeder einen Beitrag leisten. Weniger Fleisch essen, den Stromanbieter wechseln, Klamotten lange tragen. Das alles sind Möglichkeiten. Genauso wie möglichst umweltbewusst und klimafreundlich reisen. So muss man nicht komplett auf seinen Urlaub verzichten.

 

Untersuchungen zeigten, dass Personen, die klimaschädliche Emissionen kompensieren, tendenziell auch anderweitig einen nachhaltigeren Lebensstil pflegen. Das bedeutet: Kompensationszahlungen sollten nicht als Freikauf oder Freibrief, sondern als eine zusätzliche Möglichkeit für klimaschützendes Handeln verstanden werden.

Wenn ihr also einen unserer top ausgestattet Campern mietet, unsere Tipps für nachhaltigen Vanlife befolgt und einen Öko-Campingplatz nutzt, reist ihr bereits sehr klimafreundlich. Die Emissionen, die unsere Camper verursachen kompensieren wir durch unsere Partnerschaft mit natureOffice. Hierbei unterstützen wir seit 2022 das Klimaschutzprojekt PROJEKT TOGO  und können damit nicht nur etwas für den Klimaschutz tun, sondern zusätzlich die sozialen Strukturen der Menschen in Togo/Westafrika verbessern.

Wie viel CO₂ ihr im täglichen Leben verursacht, könnt ihr euch übrigens selbst ausrechnen.

Du möchtest einen klimafreundlichen Urlaub machen?