Spritsparend Autofahren – Nachhaltig Reisen

16. Mai 2022

Wer nachhaltig reisen will, sollte spritsparend autofahren. Nur kleine Anpassungen der Fahrweise machen einen enormen Unterschied im Kraftstoffverbrauch. Gerade bei hohen Spritpreisen lässt sich durch angepasstes Fahren bedeutend viel Geld einsparen. Dies äußert sich auch deutlich in der Menge der CO2 Emissionen. Denn „sparsam“ bezieht sich hierbei nicht nur aufs Geld: Bei einem Benzinverbrauch von acht Litern pro 100 Kilometern auf einer Strecke von 10.000km kann durch angepasste Fahrweise nicht nur 160 Liter Benzin und 230 Euro sondern auch 400 kg CO2 eingespart werden. Und noch einen Vorteil bietet spritsparendes Autofahren: Es bringt bedeutend mehr Sicherheit auf unsere Straßen.

Deshalb findest Du hier alle Tipps für eine Budget- und umweltfreundliche Fahrweise!

Tipps zum Sprit sparen beim Autofahren!

Vorausschauend fahren / Wer bremst verliert!

Eine vorausschauende Fahrweise erzeugt nicht nur den perfekten Reiseflow, es reduziert auch den Spritverbrauch in essenzieller Weise und sorgt für erhöhte Sicherheit auf den Straßen. Aber was bedeutet überhaupt vorausschauendes Fahren? Der Trick lautet Abstand halten, denn wer genug Platz zum Vordermann lässt, kann sanfter auf dessen Fahrverhalten reagieren und Geschwindigkeitsunterschiede leichter ausgleichen. Essenziell zum spritsparend Autofahren: So spart man sich hartes Bremsen, unnötiges Beschleunigen und somit viel viel Verbrauch und Geld.

Kurze Beschleunigungsphasen / In die Gänge kommen!

Ein Fahrzeug in Bewegung zu setzten verbraucht mehr Kraftstoff als es in Bewegung zu halten. Die Devise heißt deshalb: „Zügig in die Gänge kommen“. Besonders beim Benziner darf dafür gerne Gas gegeben werden, sodass schnell der gewünschte Gang erreicht wird.

Konstant Fahren / In der Ruhe liegt die Kraft!

Der Kraftstoffverbrauch ist bei niedrigen Drehzahlen am kleinsten. Frühes Hochschalten und spätes Runterschalten wird also belohnt: Wer möglichst spritsparend autofahren will, sollte niedrigtourig in hohem Gang fahren und das Tempo dabei bestenfalls konstant halten. Am wenigsten Sprit wird in der Regel zwischen 1500 und 2500 Umdrehungen pro Minute verbraucht. Eine niedrige Drehzahl schont außerdem den Verschleiß und mindert die Lärmbelästigung.

Höchstgeschwindigkeiten vermeiden / Rasen bringt nichts!

Ja: Schnell fahren macht von Zeit zu Zeit sicherlich Spaß, aber Achtung – Newsflash: Rasen bringt tatsächlich garnichts. Zahlreiche Studien belegen, dass Autofahrende, die mit 160km/h auf der Autobahn unterwegs sind, mehr als 10% mehr Kraftstoff verbrauchen, als die, die ihre Geschwindigkeit konstant bei 130 km/h halten. Das wäre grundsätzlich ja einem oder einer Jeden selbst überlassen, aber hier kommt der Catch: Die Schnellfahrenden kommen nicht mal früher an. Als Faustregel für Sparsamkeit beim Autofahren gilt Folgendes: 70 bis 80 Prozent der maximalen Geschwindigkeit des jeweiligen Fahrzeugs sollten nicht überschritten werden, darüber steigt der Verbrauch überproportional an.

Kurzstrecken vermeiden / Lieber alles auf einmal!

Der Spritverbrauch liegt in den ersten 2 Kilometern der Strecke ganze 50% über dem durchschnittlichen Normalverbrauch. Das liegt daran, dass der Motor kurz nach dem Start noch kalt ist und für gleichmäßigen und sparsamen Verbrauch erst warmgefahren werden muss. Es lohnt sich also definitiv bei kurzen Strecken auf das Rad umzusteigen oder mehrere Kurzstrecken zu einer längeren Fahrt zu verbinden.

Richtig schalten / You see me rolling!

Dass Schalten für einen sparsamen und nachhaltigen Fahrstil eine wichtige Rolle spielt haben bereits einige der vorangehenden Tipps gezeigt. Hierzu gibt es allerdings noch weitaus mehr zu sagen: Ein weiter Tipp für eine effizienten Fahrstil ist beispielsweise das Überspringen von Gängen. So erreicht man sehr schnell die Wunschgeschwindigkeit und spart dabei bedeutend Sprit. Außerdem ermöglicht dies eine optimale Nutzung der Motorbremse. Also: Fuß vom Gas, Fuß von der Bremse, Rollwege nutzen und spritsparend Autofahren!

Sparsam unterwegs / Alles automatisch!

Aber funktioniert sprit- und umweltbewusstes Fahren auch ganz ohne schalten? Viele Fahrzeuge – unter anderem unsere Camper – sind mit Automatikgetriebe ausgestattet. Dies hat einige Vorteile, maximal kraftstoffeffizientes Hochschalten ist dennoch schwieriger, aber nicht unmöglich: Denn moderne Fahrzeuge sind lernfähig. Wenn das Gaspedal nur leicht angetippt wird, schaltet das Getriebe später hoch. Im Laufe der Zeit stellt sich das Getriebe dann auf diesen Fahrstiel ein und der Kraftstoffverbrauch wird bedeutend reduziert.

Ein weiterer Tipp ist der Verzicht auf die Nutzung des Sportgangs. Dieser ist auf hochtouriges Fahren ausgelegt, welches viel Kraftstoff verbraucht und CO2 erzeugt. Nachhaltiger fürs spritsparend Autofahren ist hier die Nutzung des dynamischen Gangs „D“ und gegebenenfalls die manuelle Schaltunterstützung.

Motor abstellen / Give it a break...!

Der sinnloseste Verbrauch entsteht im Stand. Warum sollte man Kraftstoff bezahlen, der nichteinmal zur Fortbewegung beiträgt?! Grundsätzlich gibt es dafür keinen Grund: Stillstände sollten also genutzt werden um den Motor abzustellen. Allerdings führt häufiges Abstellen und Neustarten zu einer erhöhten Abnutzung von Motor, Starter und Batterie, was die Entscheidung zum Abstellen zu einer reinen Kosten-Nutzen-Abwägung macht (eine regelmäßige Wartung ist deshalb essenziell). Zum Glück gibt es auch hierfür eine Faustregel: Wenn die Leerlaufzeit voraussichtlich länger als 20 Sekunden beträgt lohnt es sich den Motor auszustellen. In modernen Fahrzeugen wird diese Entscheidung allerdings meist schon von der Start-Stopp-Automatik übernommen. An Bahnübergängen ist das Abstellen des Motors darüber hinaus verpflichtend vorgeschrieben.

Auf unnötigen Luxus verzichten / Einfach mal abschalten!

Klimaanlage, Lüfter und Standheizung beziehen allesamt elektrische Energie, die über den Generator aus dem Verbrennungsmotor bereitgestellt wird. Anders ausgedrückt: Die elektrischen Geräte im Fahrzeug verbrauchen Sprit. Wer beim Autofahren Sprit sparen will sollte diese also nur ganz bewusst einsetzen.

Je nach Fahrzeugmodell führt beispielsweise die Klimaanlage nämlich zu einem Mehrverbrauch von etwa 0,3 bis 1,5 Litern pro 100 Kilometern. Gänzlich auf die Verwendung zu verzichten ist allerdings auch nicht ratsam. Alle elektrischen Geräte im Fahrzeug existieren vor allem zur Sicherheit oder zum Wohlbefinden des Autofahrenden. Oft tragen sie also dazu bei einen Unfall zu vermeiden und sollten deshalb nicht pauschal abgestellt werden, auch wenn der Stromverbrauch so minimal gehalten werden könnte.

Sparsame Ladung / Unterwegs mit leichtem Gepäck!

Der Beschleunigungsvorgang ist umso sparsamer, je niedriger der Widerstand. Umso mehr Energie aufgewendet werden muss um das Auto auf die gewünschte Geschwindigkeit zu bringen, desto mehr Sprit wird verbraucht. Und das auch auf Kosten der Umwelt. Zum Glück gibt es einige Tricks um Luftwiderstand und unnötige Trägheit zu reduzieren. Nichts mitnehmen, was nicht dringend gebraucht wird! Für möglichst wenig Luftwiderstand lohnt es sich, Dachboxen, Fahrradträger und Dachträger gleich nach Gebrauch abzumontieren. Für minimale Trägheit heißt es Gepäck reduzieren. Vor allem im Stadtverkehr, wenn an der Ampel oft angehalten und beschleunigt werden muss, macht eine solche Reduktion der Ladung und der Gesamtgewichtes einen merklichen Unterschied im Spritverbrauch und Schadstoffausstoß des Autos.

Tipps fürs Tanken

Zum Spritsparen gehört auch schlauer Tanken. Wer die Wahl von Ort und Zeitpunkt strategisch trifft, spart bedeutend Sprit und bare Münze. Tricks sind Folgende:

  • Tipp 1: Zeitpunkt beachten

Am günstigsten sind die Spritpreise am Anfang der Woche und jeden Tag kurz vor Mittag. Kostengünstig tanken geht also am besten an Sonn- oder Montagen vormittags. Da die Preise von Diesel und Benzin nur einmal am Tag angepasst werden dürfen, sollte man das Auto unter der Woche am Besten kurz vor Mittag tanken.

  • Tipp 2: Tankstellen bewusst wählen

Bei der Wahl der Tankstelle gilt es vor allem Autobahntankstellen zu vermeiden und Preise fleißig zu vergleichen.

Fazit

Individualurlaub mit dem Auto stellt eine gute Alternative zu Reisen mit dem Flugzeug und all-inclusive-Modellen dar. Im Gegensatz zu Pauschaltourismus bietet dies eine Möglichkeit für sanften Tourismus und das Potenzial der Natur so nahe wie möglich zu kommen. Ob Schweden, Portugal oder Kroatien: Urlaubsziele können maximal flexibel erreicht und Reiselust sehr individuell ausgelebt werden. Für schonendes Verreisen mit dem Auto ist es dennoch wichtig, dass es mit einem Bewusstsein für Nachhaltigkeit angegangen wird. Denn trotz Möglichkeiten der Kompensation sind CO2 Emissionen sind leider unvermeidlich. Umso wichtiger ist spritsparend Autofahren und jede Fahrt so effizient wie möglich zu gestalten: Eine Option hierfür ist Freunde fragen, andere mitnehmen und Fahrgemeinschaften bilden. So wird die Fahrt nicht nur nachhaltiger, sondern sicherlich auch um einiges spaßiger!