Wildcampen in Dänemark – Was erlaubt ist und was nicht

20. April 2022

Die abwechslungsreiche Landschaft zieht alle, die einmal dort gewesen waren, in ihren Bann. Das kleine Land liegt an der Nord- und Ostsee und hat insgesamt eine 7.000 km lange Küste. Dünen, Heiden und Moore ziehen sich durch die Landschaft und die Küsten laden mit ihren vielen Buchten und Förden zum Verweilen ein.

Somit ist Dänemark auch das perfekte Land für einen Camping-Urlaub, egal ob mit Zelt, Camper oder Wohnmobil. Die weitläufige Landschaft und verschlafenen Orte fördert das Verlangen nach Besinnlichkeit und einen Aufenthalt alleine in der Natur. Und was ist da schöner als mit dem Camper oder Zelt die Einsam- oder Zweisamkeit zu genießen?

Anders wie im Rest Skandinaviens gilt in Dänemark kein Jedermannsrecht. Das heißt Du kannst Dich nicht einfach in den Wäldern Dänemarks für die Nacht niederlassen. Aber kein Grund zur Panik! Dänemark bietet viele Möglichkeiten, im Freien zu übernachten.

Ist Wildcampen und Frei Stehen in Dänemark erlaubt?

Per Gesetz ist Wildcampen oder Frei Stehen in Dänemark im öffentlichen Raum nicht erlaubt. Die Bußgelder können 5€ – 500€ betragen. Das heißt an Stränden, im Wald, am Straßenrand, auf Parkplätzen, in Naturschutzgebieten … sprich überall ist das Wildcampen und Frei Stehen nicht gestattet. In vielen Orten wird sogar mit Schildern darauf hingewiesen.

Wie überall gibt es jedoch eine Grauzone. Bei Fahruntüchtigkeit darf man sich auf einem Rastplatz oder Parkplatz ausruhen … aber nicht campen. Das heißt Stühle und Tisch müssen im Camper bleiben. Die Rechtslage zum Ausruhen auf Parkplätzen ist in Region etwas anders und hängt stark von der örtlichen Polizei ab. Oft weisen Schilder die Rastplätze aus, und manchmal ist das Ausruhen auch nur zu bestimmten Tag- und Nacht-Zeiten erlaubt.

Wo kann ich mit dem Camper stehen?

In Dänemark gibt es einen guten Kompromiss zwischen Wildcampen und regulärem Campingplatz: Naturlagerplätze und Ølejrs (Insellager).

Naturlagerplätze in Dänemark

Naturlagerplätze sind ausgewiesene Bereiche in Wäldern oder der Natur, an denen zelten und biwakieren erlaubt ist. Die Nutzung der Plätze ist oft kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr. Ein Drittel dieser Plätze verfügen auch über eine Schutz-Hütte, die beim Übernachten gegen Wind und Wetter schützt. Zudem sind Naturlagerplätze mit einer Toilette und fließendem kalten Wasser ausgestattet. Auf Naturlagerplätzen dürfen maximal 5 – 8 Zelte gleichzeitig stehen. Sie können nicht im Voraus reserviert werden und man darf mit dem Zelt max. 2 Tage dortbleiben. Auf visitdenmark.de findet ihr eine Übersicht von über 600 Naturlagerplätzen.

Camping in Wald und Natur

Die Übernachtung im Zelt ist zudem auch in ausgewählten Waldstücken erlaubt – insgesamt sind das sogar 201 Wälder! Beliebte Waldgebiete sind Blokhus Plantage, Vigsø Plantage oder Års Skov in Nordjütland, der Wald Solbjerg Skov bei Aarhus, der Sollerup Skov auf Fünen oder der Grønnæsse Skov bei Hundested auf Seeland. Da die Natur sehr weitläufig ist, ist man oft alleine und es fühlt sich quasi an wie legales Wildcamping. Das dänische Amt für Naturverwaltung gibt auf seiner Website einen guten Überblick über Übernachtungsmöglichkeiten in der Natur: de.naturstyrelsen.dk.

Achtung: Motorisierte Fahrzeuge, unter die auch Camper und Wohnmobile fallen, sind in der Regel weder auf einem Naturlagerplatz noch im Wald noch erlaubt!

Ølejr (Insellager)

Wer Zelten auf die traditionell dänische Art möchte, der übernachtet auf Ølejr, sogenannten Insellagern. Diese gehören zum dänischen Sommer wie der Sand zum Meer und sind eine Art Zeltlager. Sie finden auf verschiedenen dänischen Inseln statt und stehen oft unter bestimmten Themen wie Volksmusik, Sport oder Entspannung. Die Übernachtung erfolgt in Zelten und ist offen für jedermann: Familie, Freunde oder Individualreisende. Bist Du also bereit für einen traditionellen dänischen Sommer?

Campingplatz und private Stellplätze

Neben diesen Alternativen zum Wildcampen kannst Du natürlich ganz klassische auf einem Camping-Platz oder Zeltplatz schlafen. Übernachtungen auf Privatgrundstücken mit Zustimmung vom Besitzer oder kleinen Zeltplätzen sind auch eine Möglichkeit für individuelles Camping-Feeling, ohne wild campen.

Du willst mehr über das Land Dänemark und alle Infos rund ums Camping wissen? Dann schau bei unserem Blogartikel Urlaub in Dänemark vorbei!

Ist Wildcampen in Dänemark gefährlich?

Nein. Wie in allen skandinavischen Ländern ist die Kriminalitätsrate in Dänemark gering. Du brauchst Dich also nicht vor Überfällen oder Randalierern fürchten.

Wenn du länger im Freien unterwegs bist, solltest du ein Erste-Hilfe-Set dabei haben … Ein Pflaster braucht man öfter als gedacht. Außerdem ist es ratsam, Mückenschutz und eine kühlende Salbe im Gepäck zu haben, da sich Stechmücken im Dünensand wohlfühlen.

Worauf solltest Du achten?

Hier haben wir noch ein paar Tipps und Hinweise zum Wildcampen und Campen im Allgemeinen in Dänemark:

  • Achte auf die Vogelbrutzeit (März bis August). In dieser kann der Aufenthalt in bestimmten Gebieten und Küsten eingeschränkt sein.
  • Biwakieren, also das Schlafen ohne Zelt, ist an den meisten Orten in Dänemark erlaubt.
  • Durch seine Meer-Nähe ist das Land sehr beliebt unter Anglern. Zum Angeln ist ein Schein erforderlich, den Du aber auch vor Ort ohne Prüfung erwerben kannst.
  • Ein Feuer am Strand ist erlaubt, sofern es außer Sichtweite von Häusern ist. Im Wald gibt es viele extra dafür vorgesehene Feuerstellen.
  • Wie überall solltest Du immer deinen Müll mitnehmen und den Platz so verlassen, wie Du ihn vorgefunden hast

Fazit

Wer in Dänemark unterwegs ist, muss sich nicht zwischen Wildcampen und Campingplatz entscheiden. Naturlagerplätze und Insellager bieten einen guten Mittelweg; man ist in der Natur und gleichzeitig hat man die wichtigste Infrastruktur und lernt die Kultur und den Hygge-Lifestyle hautnah kennen.