Wildcampen Portugal – Was erlaubt ist und was nicht

12. März 2022

Portugal ist landschaftlich wie fürs Camping gemacht. Über 1000 Kilometer Küste und wunderschöne Strände locken jährlich immer mehr Urlauber und Campingfreunde. In unserer Vorstellung brauchen wir nur die Hecktüre unseres Campers zu öffnen und schon blicken wir direkt aufs Meer. Mehr Freiheit geht nicht. Doch darf man so etwas überhaupt? Wir haben alle wichtigen Fakten zum Thema Wildcampen in Portugal für dich zusammengetragen!

Was sagt das Gesetz zum Wildcampen in Portugal?

Gleich vorweg ist leider zu sagen, dass Portugal keines der Länder ist, in denen man problemlos überall sein Zelt aufschlagen kann. Allerdings gibt es auch Grauzonen und Tipps, die wir euch gerne genauer erläutern möchten.

Bis 2021 wurde das Stehen in der Wildnis oft nur mit Strafen von 50€ oder einem Platzverweis geahndet. Das ist mit den Änderungen der neuen Straßenverkehrsordnung hinfällig. Die Gründe dafür sind ersichtlich: Gerade in der Hauptsaison sind die inoffiziellen Stellplätze von der Algarve bis nach Porto oft voll mit Müll, der von Campern achtlos liegen gelassen wurde.

Die Regelung besagt, dass es verboten ist, sich zwischen 21 Uhr Abend und 7 Uhr Morgen im Wohnwagen oder in Wohnmobilen aufzuhalten. Bei Verstößen gegen die geltenden Regeln sind inzwischen mit Bußgeldern in Höhe von bis zu 500 € zu rechnen. Das wird insbesondere dann richtig teuer, wenn man sich in Naturschutzgebieten oder in Gebieten die als POOC (Küstenregionen) ausgewiesen sind aufhält. Diese machen bis zu einem Drittel der Fläche Portugals aus. Außerdem gibt es Städte, in denen ein generelles Parkverbot für den Campervan gilt. In solchen Fällen ist mit bis zu 2000 € Strafe zu rechnen, was innerhalb Europas leider sehr gängig ist.

Alle ausgewiesenen Naturschutzgebiete und Küstenregionen findet ihr hier! Diese solltest Du vor allem in der Hauptsaison meiden.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht: Seit dem 18. Juli 2021 ist es nämlich nach einer Änderung der Artikel 48 und 50 a der StVO wieder gestattet, sich mit dem Camper oder Wohnmobil für bis zu 48 Stunden an einem Platz aufzuhalten und selbstverständlich in diesem auch zu übernachten. Man sollte jedoch nicht unbedingt Plätze in Naturschutzgebieten oder der POOC Küstenregion wählen, da dort viele Wildcamper unterwegs sind und diese oft von Behörden weggeschickt werden. Also anstatt von Stränden lieber auf die Suche nach Parkplätzen oder einem schönen Örtchen im Hinterland gehen.

Wo kann ich mich mit dem Camper hinstellen?

Natürlich ist die Wahl der richtige Campingplätze bzw. der richtigen Region entscheidend. Während im Süden des Landes oder in Touristengebieten wie Lissabon etwas häufiger mit Kontrollen zu rechnen ist, wird es unproblematischer, je weiter man sich im Norden bzw. im Landesinneren befindet.

Strände solltet ihr jedoch aufgrund der Schutzzonen besser meiden, da hier meistens strenger kontrolliert wird. Generell ist es von Vorteil ein möglichst unauffälliges Camp aufzuschlagen, um nicht den Anschein zu erwecken, dass man für längere Zeit dazustehen plant.

Wo kann man noch campen?

Wer beim Camping Bedenken hat oder kein Risiko eingehen will, der kann natürlich neben den großen offiziellen Campingplätzen auch private Campingplätze aufsuchen. Davon gibt es einige, außerdem sind Apps und Websites auf denen Privatleute ihr Grundstück zum Camping anbieten immer mehr auf dem Vormarsch.

Beispiele dafür sind homecamper, PORTUGAL EASYCAMP oder ASA. Sonst schaut euch doch gerne unseren Artikel zu den Top Apps für die Stellplatzsuche an.

Zudem sind Portugiesen ein sehr Camper freundliches Volk. Habt ihr also auf eurer Route einen super Platz entdeckt, dann fragt am besten den Besitzer des Grundstücks. Mit ein bisschen Glück findet ihr so einen Campingplatz mit idealer Lage, ohne euch Gedanken um ein potenzielles Ticket machen zu müssen.

Worauf muss ich beim Wildcamping achten?

Wildcampen ist ein echtes Abenteuer. An möglichst abgelegenen Orte fahren und die Natur für sich allein haben. Das wirkt auf viele sicherlich traumhaft, jedoch weckt es in dem ein oder anderen vielleicht Bedenken, was die Sicherheit des Vorhabens angeht.

Ist Campen in Portugal also gefährlich? Die Antwort darauf ist ganz klar: Nein! Sorgen über Raubüberfälle sind unbegründet. Einzig vor Diebstählen, insbesondere in Städten, sollte man sich in Acht nehmen, was aber bei so ziemlich allen Reisen ratsam ist.
Auch wilde Tiere sind kaum zugange in Portugal. Beim Wildcamping in trockenen Gebieten ist festes Schuhwerk Pflicht, um sich vor Schlangen oder Spinnen zu schützen. Auch im Wasser solltet ihr auf Quallen achten und diese nicht berühren, da das ganz schön weh tun kann.

Sonst genieß einfach die wunderschöne Natur, die das Land zu bieten hat! Und damit das auch so bleibt, ist es uns ein ganz besonderes Anliegen an euren grünen Daumen zu appellieren. Besonders als Wildcamper solltet ihr immer sorgsam darauf achten, dass ihr auf eurer Route den Stellplatz genauso wieder zurück last, wie ihr ihn vorgefunden habt, und den Müll mitnehmt.

Fazit zum Wildcampen in Portugal

Es ist schwierig, eine klare Einschätzung zum Wildcampen in Portugal zu geben. Dafür ist die Gesetzeslage zu komplex und eine Strafe von mehreren Hundert Euro kann einem leicht die Urlaubslaune zunichtemachen. Seid ihr jedoch vorsichtig und achtet auf alle Tipps zum Traum Reiseziel Portugal, dann seid ihr auf jedem Fall auf einem guten Weg einen entspannten Urlaub abseits vom ganzen Trubel zu haben.