Wildcampen Spanien – Was erlaubt ist und was nicht

30. März 2022

Spanien, ein Land, das mit seinen traumhaften Küstenstädten, einer einzigartigen Natur und kulinarischem Genuss auf allen Ebenen jährlich Millionen Urlauber anlockt. Nicht umsonst ist es das beliebteste deutsche Reiseziel außerhalb der Heimat selbst. Wer dort erst einmal einen Urlaub plant, der merkt schnell, dass es einige Orte zu entdecken gibt. Doch wie erkundet man ein Land, das so viel zu bieten hat, am besten? Natürlich mit dem Camper! Wie es um das Thema Wildcampen Spanien steht und auf was Du unbedingt achten solltest, das erfährst Du jetzt.

Ist Wildcamping in Spanien erlaubt?

Es ist leider gar nicht so einfach eindeutige Infos zum Thema zu geben, da die Gesetzeslage in Spanien ein wenig unübersichtlich ist. Es existiert keine klare, allgemeingültige Vorschrift, eher untergliedert sich das Land in autonome Gemeinschaften, die jeweils ihre eigenen Regeln bezüglich Wildcampen oder Freistehen haben. Diese haben Vorrang vor den staatlichen Bestimmungen. Das letzte Wort haben zu allem Überfluss die einzelnen Gemeinden, die das Wildcampen jeweils untersagen oder erlauben können. Du merkst also schon, es ist ganz schön kompliziert, hier eine eindeutige Antwort zu finden.

Einzig und Allein beim Campen an Stränden ist sich der spanische Gesetzgeber einig, denn das ist im ganzen Land verboten.

Wer sich jetzt fragt, ob es in Spanien überhaupt die Möglichkeit gibt, fern von kommerziellen Campingplätzen Urlaub zu machen, der wird erleichtert sein zu hören, dass es eine gesetzliche Grauzone gibt. Diese Ausnahme betrifft allerdings nur das Frei stehen mit dem Camper, nicht das Zelten in der Natur. Letzteres ist landesweit nur mit Genehmigung der örtlichen Gemeinde erlaubt.

Laut spanischem Gesetz campt nämlich nur, wer Campingverhalten zeigt. Darunter fällt das Aufstellen von Stühlen und Tischen sowie das Kochen an freier Luft. Wer sich lediglich in seinem Wohnmobil oder Auto aufhält und zudem ordnungsgemäß auf einem Parkplatz steht, der hat nichts zu befürchten. Unter besagten Umständen ist es also gestattet sich tagsüber sowie nachts im Camper aufzuhalten und in diesem zu übernachten.

Was sind mögliche Konsequenzen bei widerrechtlichem Wildcampen?

Auch wenn Du mit unseren Tipps sicher sein solltest, möchten wir Dir hier einen Überblick über mögliche Konsequenzen geben. Die Geldstrafen auf widerrechtliches Campen fallen unterschiedlich, je nach Schwere des Vergehens aus. In milden Fällen ist mit 30–150 € Strafe zu rechnen, während in Naturschutzgebieten schon mal Tickets in Höhe von bis zu 600 € ausgestellt werden…Pro Person.

Besonders hüten solltest du dich vor der Idee, ein Lagerfeuer in freier Natur zu machen. Hiervon geht in einem trockenen Land wie Spanien eine hohe Waldbrandgefahr aus und wird dementsprechend drastisch geahndet… mit Strafen von bis zu mehreren tausend Euro.

Wer sich aber an alle Regeln hält, der hat auf seiner Reise wenig bis gar nichts zu befürchten. Bei einer Polizeikontrolle wird man zumeist einfach weggeschickt und wenn Du Glück hast, haben die Polizisten sogar eine Empfehlung für einen besseren Stellplatz für Dich.

Wer trotzdem auf Nummer sicher gehen will, der kann bei der örtlichen Gemeinde oder dem Tourismusverband nach Alternativen fragen. Außerdem gibt es ein üppiges Angebot an freien Stellplätzen, auf denen sogar das Zelten erlaubt ist.

Worauf sollte man sonst noch achten?

Wer gerne Frei stehen will, der sollte auch wissen, wie er dies am besten tut. Unauffälliges Verhalten und ein freundliches Auftreten der Polizei gegenüber sind hier die Devise.

Des Weiteren gilt, den Campingplatz in einem guten Zustand zurückzulassen. Vor allem Müll ist in den dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen und das Ablassen von Grauwasser ist natürlich auch nur an entsprechenden Stationen erlaubt. Eine eigene Toilette/Nasszelle wie in unserem CamperBoys Grand California ist außerdem sehr von Vorteil.

Und grundsätzlich gilt: Respekt und Rücksicht werden immer belohnt.

Ist das Wildcamping in Spanien sicher?

Wer sich auf dem Roadtrip um die eigene Sicherheit oder die seines Campers Gedanken macht, der hat beim Frei stehen auch nicht mehr zu befürchten als beim Hotel- oder Badeurlaub.
Einzig das Einbruchsrisiko für den Camping Bus kommt hinzu. Übeltäter zielen aber fast ausschließlich auf Wertsachen ab, weshalb Du diese möglichst nicht sichtbar lagern solltest und bestenfalls wegsperrst.

Wer sich gerne in der Natur aufhält, für den wird es auch nichts Neues sein, dass es einige Tierarten gibt, die ihr in Spanien besser meidet. Dazu gehört eine Handvoll Spinnen und Schlangen sowie Skorpione. Also vor dem Anziehen immer schön die Schuhe kontrollieren, besonders wenn diese nachts vor dem Zelt standen.
In manchen Teilen des Landes, besonders im Norden leben sogar Bären und Wölfe, diesen wirst Du aber in Stellplatznähe kaum über den Weg laufen, da diese Tiere in der Regel sehr scheu sind und die Zivilisation meiden.

Fazit

Wildcampen hört sich nach einem richtigen Abenteuer an und löst bei den meisten Campingfans eine ganz besonderes Gefühl der Freiheit aus. Auch wenn es in Spanien meistens toleriert wird, kann man nie sicher sein, ob man nicht doch mal an den falschen Menschen gerät und gegebenenfalls einen hohen Preis dafür zahlt. Am besten du informierst dich noch vor der Abreise über die Regelungen in euren Zielorten, um später Stress und Ungewissheit zu vermeiden. Gerade unter dem Druck der steigenden Touristenzahlen wird in Urlaubsgebieten immer strenger kontrolliert, sodass Du Dir dort besser nichts zuschulden kommen lässt. Wer jedoch Rücksicht und Respekt zeigt, der kommt damit meistens relativ weit, das gilt auch fürs Wildcamping.